Feier Zehntes Internationales Donaufest beginnt am 1. Juli

Derzeit werden die Fahnen für das Donaufest fertiggestellt. Gestaltet wurden sie von Dragan Matic aus Novi Sad.
Derzeit werden die Fahnen für das Donaufest fertiggestellt. Gestaltet wurden sie von Dragan Matic aus Novi Sad. © Foto: Donaubüro
Ulm/Neu-Ulm / HANS-ULI MAYER 10.06.2016
Als ein Bekenntnis zu Europa werten die beiden OB Gunter Czisch und Gerold Noerenberg das Donaufest. Es startet am 1. Juli im Theater Ulm.

Das Internationale Donaufest ist nicht nur ein Fest, sondern ist auch ein Bekenntnis zu Europa. Das sagten die beiden Oberbürgermeister Gunter Czisch und Gerold Noerenberg am Donnerstag bei der offiziellen Vorstellung des Programms zum zehnten Donaufest. Europa sei in schwierigen Zeiten, sagte er, weshalb es nötig sei, auch den Menschen in der Region die Botschaft für ein gemeinsames Europa zu vermitteln.

Wie in der Präambel festgehalten, gehe es dabei um Werte wie Demokratie, Toleranz, humanistische Grundausrichtung. „Nicht zuletzt mit dem Fest wollen wir einen eigenen europäischen Beitrag leisten“, sagte Czisch, der vor allem die Jugend wieder für  Europa begeistern will. Frieden und Freiheit seien kein Konsumartikel, sondern müssten immer wieder erarbeitet und gesichert werden. Als Besonderheit werden die Städte Ulm und Neu-Ulm in der Region untergekommene Flüchtlinge einladen, um ihnen die Vielfalt und die Werte Europas zu vermitteln.

Nach der Premiere im Jahr 1998 findet heuer das zehnte Fest dieser Art auf beiden Donauufern statt. Entsprechend wird es gleich zu Beginn einen Empfang im Ulmer Rathaus geben, zu dem auch der ungarische Schriftsteller György Konrad sein Kommen zugesagt hat, der zum ersten Fest mit seiner vielbeachteten Rede zur „Donau - Hauptstraße Europas“ auf dem Münsterplatz den politischen Rahmen gesteckt hat.

Die beiden OB wollen den Markt der Donaustädte als das Zentrum des gesellschaftlichen und kulinarischen Lebens vom Boot aus auf der Donau eröffnen. Etwas übergreifend über das Jubiläumsfest stehen die beiden gesonderen Projekte „Treibgut“ von Alexander Balanescu und „Under the Bridge“ von Udo Eberl (siehe Info-Kasten). Darüber hinaus gibt es insgesamt 170 Veranstaltungen an verschiedenen Orten in dem zehn Tage dauernden Fest.

Wie die Jahre zuvor ist wieder links und rechts der Donau der Markt der Donauländer aufgebaut. Die Verantwortlichen haben 67 Stände für Kunsthandwerker aus 9 Ländern und 38 Stände für Essen und Trinken aus 8 Ländern organisiert. Erstmals gibt es am 2. Juli eine Weinprobe und am 2. und 6. Juli Kochvorführungen auf dem Markt.

Auf der politischen Ebene gibt es zwei Fachtagungen. Eine beschäftigt sich mit der Vernetzung  offener Gesellschaften im Donauraum, und wie diese besser zu koordinieren sind. Zugesagt haben dazu bereits Bayerns Europaministerin Dr. Beate Merk und Gisela Erler von der baden-württembergischen Landesregierung. Eine zweite Tagung widmet sich dem Thema des Donauraums als Kreativ-Quelle. Und in Zusammenarbeit mit dem Stadthaus Ulm gibt es eine prominent besetzte Podiumsdiskussion zum Thema Prostitution und Menschenhandel.

Die Fahnen werden heuer in Serbien gestaltet. Seit dem Donaufest vor zwei Jahren wird die Gestaltung an Künstler im Donauraum vergeben. Für das diesjährige Fest wurde Dragan Matic von der Akademie der Künste in Novi Sad beauftragt. Wie der Direktor des Donaubüros sagt, seien die Fahnen in Anlehnung an Fischgräten gestaltet, die die vielfältigen Verflechtung darstellen soll. 650 Fahnen werden gestaltet, die am Vorabend des Festes von 650 Läufern von der Donauhalle zum Festgelände getragen werden sollen.

Die zwei Jubiläums-Projekte

Treibgut   Das choreografische Musiktheater des rumänischen Künstlers Alexander Balanescu ist eine Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Fragestellungen und Problemen. Wie Treibgut auf einem großen Strom sammeln sich Träume an einem Wehr, bis sie stark genug sind, die Barriere zu überwinden. Das Stück findet in Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Orchester, dem Ballett und dem Chor der Stadt Ulm und Gasttänzern aus dem Donauraum statt. Uraufführung ist am 1. Juli, weitere Aufführungen am 3., 5, 7. und 8. Juli.

Under the Bridge Die Foto-Ausstellung des Ulmer Journalisten Udo Eberl beschäftigt sich mit Obdachlosigkeit in den Donauländern und stellt schonungslos und wirklichkeitsnah Gestrandete und Verlorene in ihren Lebensumständen dar. Udo Eberl zeit in bewegenden Bildern das Leben „unter der Brücke“. Die Ausstellung ist im Edwin-Scharff-Haus zu sehen. Zur Vernissage am 4. Juli und am 8. Juli gibt es jeweils Sonderveranstaltungen.

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