Begegnungen Donaufest: Kultur und Kulinarisches aus zehn Ländern

Die nächsten zehn Tage wird an beiden Ufern der Donau gefeiert. Morgen geht es los.
Die nächsten zehn Tage wird an beiden Ufern der Donau gefeiert. Morgen geht es los. © Foto: Matthias Kessler
Ulm/Neu-Ulm / Hans-Uli Mayer 04.07.2018
Am Freitag startet das elfte Donaufest mit einem Festakt. Über zehn Tage wird aus zehn Ländern Kultur und Kulinarisches geboten.

Offiziell wird das elfte Internationale Donaufest (IDF) erst am Freitagabend eröffnet, inoffiziell beginnen schon am Donnerstag erste Veranstaltungen. Wer sich aktiv beteiligen will, kann von 16 Uhr an die von einer kroatischen und einer serbischen Künstlerin gestalteten Fahnen von den Messehallen die Donau entlang bis zum Festival tragen, wo sie zwischen Eisenbahn- und Herdbrücke das Gelände schmücken.

Bis zu 300.000 Besucher werden wieder zum Donaufest erwartet, das an zehn Tagen bis zum 15. Juli Politik, Kultur und Kulinarisches aus zehn Länder präsentiert. Es ist das elfte Fest dieser Art. 1998 fand es zum ersten Mal statt und ist seitdem zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens beider Städte geworden – nicht zuletzt durch seinen Volksfest-Charakter.

Zur Eröffnung am Freitagabend im Edwin-Scharff-Haus hat sich viel Prominenz angesagt. So wird als Rednerin beispielsweise Theresa Schopper auftreten, Staatssekretärin im baden-württembergischen Staatsministerium. Außerdem spricht Carolina Trautner, Staatssekretärin im bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

Aus den Donauländern selbst entsendet die kroatische Regierung ihre Europaministerin Gabrijela Zalac, aus Serbien hat sich der Parlamentspräsident der autonomen Provinz Vojvodina, István Pásztor angekündigt. Außerdem sind verschiedene Delegationen aus Vukovar, Vinkovci und Orasje eingeladen. Im Publikum ist auch der langjährige frühere Oberbürgermeister Budapests, Dr. Gábor Demszky.

Politische Dimension

Der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch lobt die Organisation und beschreibt den Wert des Festes in einem Vorwort zur Festival-Beilage so, dass es „den kulturellen Reichtum und die Verbundenheit der Länder ... mit allen Sinnen erfahrbar macht“. Sein Neu-Ulmer Kollege Gerold Noerenberg pflichtet bei, dass das Fest eine „tolle und einzigartige Möglichkeit bietet, unsere Nachbarn entlang der Donau besser kennenzulernen“.

Dies gilt umso mehr vor dem politischen Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsdebatte und den Abschottungen der Balkanländer, was auch beim Donau-Presseclub der SÜDWEST PRESSE thematisiert wird (siehe Infokasten).

Im Vordergrund des Donaufestes steht für die Stadt und das Donaubüro als Veranstalter der Gedanke der Begegnung. Dennoch wird es bei den begleitenden Veranstaltungen auch um drängende Probleme gehen, wie den Menschenhandel mit jungen Frauen aus armen Donauländern, die unter Zwang auch in Bordellen in der Region landen. In einem Podiumsgespräch wird es zudem um das Ende des Ersten Weltkriegs und den Friedensschluss gehen, sowie um die Frage, ob dieser mehr Flickwerk war oder der Beginn einer neuen Weltordnung.

Dem Thema „nachhaltiger Tourismus“ widmet sich eine Fachkonferenz, die am Mittwoch öffentlich im Edwin-Scharff-Haus stattfindet. Ebenfalls öffentlich ist eine Feier zum 10-jährigen Bestehen der Europäischen Donauakademie (EDA), bei der mit Vertretern verschiedener Universitäten im Donauraum über die Zukunft Europas diskutiert werden wird (kommenden Donnerstag im Studio der Sparkasse, 15 Uhr).

Fester Bestandteil der alle zwei Jahre stattfindenden Donaufeste ist das Jugendcamp, an dem wieder 70 Jugendliche aus allen Anrainerstaaten teilnehmen. Sie reisen heute an und werden am Freitagvormittag offiziell begrüßt. Unter dem Motto „Europa sind wir“ studieren sie die Performance „Der Untergang der MS Habsburg“ ein, die sich dem Zerbrechen der Donaumonarchie widmet und gleichzeitig die Vision eines vereinten Europas darzustellen versucht. Präsentation ist am Dienstag auf Neu-Ulmer Seite, 18 Uhr.

Herzstück des Festes ist und bleibt der große Markt der Donauländer. Auf beiden Uferseiten gibt es Themenzelte, vor allem aber 65 Stände von Kunsthandwerkern und knapp 40 Essens- und Getränkestände mit dem ungarischen Weindorf unterhalb des Metzgerturms. Auf den Bühnen beiderseits des Ufers und im Donausalon gibt es fast nonstop kostenlose Konzerte.

Weitere Artikel zum Donaufest finden Sie unter www.swp.de/donaufest

Erstmals gibt es einen Donau-Presseclub

Politik Erstmals wird es am Sonntag, dem ersten Fest-Wochenende, einen Donau-Presseclub geben. Inhaltlich vorbereitet von der SÜDWEST PRESSE wird es um die politische Entwicklung im Donauraum gehen – und zwar von den Anfängen der Ulm/Neu-Ulmer Aktivitäten in den 1990er Jahren bis heute.

Diskussion Chefredakteur Ulrich Becker wird dazu am Sonntag von 11 Uhr an auf der Bühne im Weindorf auf der Ulmer Seite mit den beiden früheren Oberbürgermeistern von Ulm und Budapest, Ivo Gönner und Dr. Gábor Demszky, sprechen. Vor allem Demszky, der 20 Jahre lang OB der ungarischen Hauptstadt war, ist ein Kenner und Kritiker der herrschenden Situation in den Donauländern wie in Ungarn. Eintritt frei.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel