Ein Team von Uni-Wissenschaftlern aus Utrecht und Ulm hat nun einen zentralen Mechanismus entschlüsselt, über den dieser Heilungsprozess gesteuert wird. "Das verletzte Gewebe regeneriert sich durch die vermehrte Zellteilung von Herzmuskelzellen an der Wundgrenze", erklärt Prof. Gilbert Weidinger vom Institut für Biochemie und molekulare Biologie der Uni Ulm.

Wie die Forscher zeigen konnten, wird die Zellvermehrung über ein spezielles Protein gesteuert. Das so genannte BMP-Signalprotein dient der Kommunikation zwischen Zellen. Die Forscher konnten nachweisen, dass es insbesondere im Wundbereich reaktiviert wird, wo gesundes und verletztes Gewebe aufeinander stoßen. Ein weiterer Befund ließ sie staunen: Das BMP-Signal ist auch in verletzten Herzen von Versuchs-Mäusen aktiv, aber dort reagieren die Herzzellen anders: sie sterben ab. Die Wissenschaftler wollen nun herausfinden, wieso Herzzellen von Zebrafischen und Säugetieren so unterschiedlich reagieren und welche Prozesse dafür verantwortlich sind. Denn könnten Säugetiere - und somit auch der Mensch - verletzte Herzzellen ebenso gut durch gesunde ersetzen wie Zebrafische, gäbe es neue Hoffnung für Herzinfarktpatienten.