Rauschgift Zahl der Drogendelikte nimmt auch in Ulm zu

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cmy 10.05.2017

Ähnlich wie im gesamten Südwesten verzeichnet die Polizei auch in Ulm eine Zunahme bei Rauschgiftdelikten – teilweise um mehr als 20 Prozent. Das bedeute allerdings nicht zwangsläufig, dass tatsächlich mehr konsumiert und gedealt werde als in zurückliegenden Jahren, sagt der Ulmer Polizeisprecher Wolfgang Jürgens auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE. Vielmehr habe die Polizei ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Drogenkriminalität im vergangenen Jahr deutlich intensiviert. „Wir gehen verstärkt auf die Straße – und zwar an Orte, wo wir vermuten, dass sich dort die Szene aufhält.“

In der Polizeistatistik für 2016 schlägt sich das folgendermaßen nieder. Für den Stadtkreis Ulm verzeichnet die Polizei 658 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, wie es in der Behördensprache heißt. Das ist im Vergleich zu 2015 ein Anstieg um knapp 21 Prozent. Allerdings lohnt sich ein Blick auf die Art der Drogen. Bei Heroin gibt es nämlich einen Rückgang von 42 auf 33 Fälle, ein Minus von fast
25 Prozent. Der prozentuale Anstieg bei ermittelten Kokain-Delikten fällt mit 15 Prozent niedriger aus als im Landesschnitt (plus 18,4 Prozent). Gleichwohl führen Prozentangaben hier in die Irre, weil die absolute Zahl gering ist. Mit 23 Kokainkonsumenten gingen der Ulmer Polizei 2016 gerade mal drei Kokser mehr ins Netz als 2015.

Starkes Plus bei Cannabis

Ob höherer Fallzahlen aussagekräftiger ist die Zahl der Cannabis-Fälle – wobei es sich hier um eine weiche Droge handelt, deren Besitz und Konsum in immer mehr ausländischen Staaten legalisiert wird. In Ulm stieg die Zahl der Delikte binnen Jahresfrist von 248 auf 304 an, ein Plus von 23 Prozent.

Die Polizei habe freilich nicht nur die Drogenkonsumenten im Blick, betont Jürgens. „Man muss an die Hinterleute ran.“ Auch da vermeldet der Sprecher Erfolge. Wurden 2015 in Ulm noch 75 kleine und nicht ganz so kleine Dealer geschnappt, waren es 2016 bereits 111. Grundsätzlich, so Jürgens, sei der Zugang zu Drogen durch das Internet einfacher geworden. „Es kommt somit wohl auch mehr Stoff auf den Markt, weil man sich alles Mögliche über illegale Vertriebsplattformen bestellen kann.“

Das Stuttgarter Innenministerium hatte am Montag Landeszahlen veröffentlicht. Demnach wurden 2016 rund 40.300 Fälle erfasst, im Vorjahr waren es 37.500.