Die "Misa Criolla", die kreolische Messe, ist eines der populärsten sakralen Werke überhaupt. Als letzter Programmpunkt war das Werk des argentinischen Komponisten Ariel Ramírez der Höhepunkt eines mitreißenden lateinamerikanischen Weihnachtskonzertes im Haus der Begegnung. Seit ein paar Jahren erfreut Tenor Adam Sanchez mit diesem Programm München und Umgebung. Nun gastierte er damit erstmals in Ulm, wo er seit seinem vierten Lebensjahr aufgewachsen ist.

Seine Eltern, die Sopranistin Elzbieta Milczarek und der Tenor José Sanchez sangen beide viele Jahre am Ulmer Theater, so dass Adam schon früh Bühnenluft schnuppern konnte. Bereits im Mai 1983 stand die singende Familie gemeinsam in Puccinis Oper "Gianni Schicchi" auf der Bühne.

Nach Auftritten im Kinderchor und in der Statisterie erhielt Adam Sanchez im Jahr 1996 seinen ersten Solovertrag in Ulm. Weitere Stationen führten ihn unter anderem nach München.

Doch bescherte dieses Konzert nicht nur das Wiedererleben des sympathischen Tenors, sondern auch die musikalische Zusammenführung mit Vater José. Die Misa und auch die sechsteilige Weihnachtskantate "Navidad Nuestra" (Unsere Weihnacht) sind für zwei Tenöre, Chor und Instrumente komponiert. Und so sangen Vater und Sohn in wunderbarer Harmonie diese großartigen Werke. Adam Sanchez erfreute mit seiner gereiften und klangschönen Stimme, deren Volumen deutlich zugenommen hat. Lediglich das sichtbar krampfhafte Vorbereiten des nächsten Einsatzes störte das Vergnügen.

Der Chor der Münchener Pfarrkirche St. Anna überzeugte mit Temperament und starken Männerstimmen bei allen Einsätzen. Doch ganz große Ehre gebührt den Instrumentalisten. Unter der Leitung von Gitarrist David Bermúdez wirbelte Fernando Chávez atemraubend auf der kleinen zehnsaitigen peruanischen Charango herum, spielte Juan Piminchumo verschiedene Flöten Südamerikas, schlug Sandra Nahabian die argentinische Bombo und sang auch noch bewegend schön.

Und nicht zuletzt zauberte Kiko Pedrozo aus Paraguay himmlische Klänge auf der Harfe. Bernhard Seidel spielte den Kontrabass und Oswald Cruz die Tasteninstrumente. Von ihm stammte das auch beseligende spanische "Vater unser", das die Sanchez-Tenöre in einer der Zugaben noch einmal vereinte.