Nabada Themenboote fürs Nabada: Wütende Wespen attackieren Bienenfreunde

Das Team von Fan-Attack ist trotz der Wespenstiche wieder munter bei der  Arbeit am Themenboot fürs Nabada (von links): Marcus Heckmann, Friederike Fausel und Emely Wagner.
Das Team von Fan-Attack ist trotz der Wespenstiche wieder munter bei der  Arbeit am Themenboot fürs Nabada (von links): Marcus Heckmann, Friederike Fausel und Emely Wagner. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Neu-Ulm / Christoph Mayer 18.07.2018
Das Bootsbauer-Team von Fan-Attack erwischt es bei der Arbeit an ihrem Nabada-Schiff – es thematisiert das Bienensterben.

Man kann nun wahrlich nicht behaupten, das Team von Fan-Attack sei insektenfeindlich eingestellt. Mit ihrem aktuellen Themenboot für den Wasserumzug am Schwörmontag widmen sich die viermaligen Gewinner des Kübelespokals (für das lustigste Schiff) heuer dem Bienensterben. Unter der Überschrift „Schluss mit Honig!“ heißt es da etwa: „Wenn Bienen künftig nicht mehr summen, seid Ihr alle die Dummen.“

Die Dummen waren nun aber erst mal die Bootsbauer selbst. Bei der Arbeit an ihrem Schiff auf dem Bauhof am Kaltwässerle wurden die wackeren Bienenstreiter von Fan-Attack Opfer einer Wespen-Attacke. Gleich sieben aus dem zwölfköpfigen Team wurden durch Stiche malträtiert – einer so schwer, dass er tags drauf zum Arzt musste, weil er an einer Wespenallergie leidet.

Wieso es die kleinen Stechmonster ausgerechnet auf die Bootsbauer abgesehen hatten? Josef Jahl vom Team – selbst ein Gestochener – hat eine stichhaltige Erklärung. Im Bauschuppen, in dem das Schiff auf dem Trockendock liegt, stand eine Gitterbox mit Abfallholz drin, berichtet der 43-Jährige. „Darin war offenbar ein Wespennest, denn drumherum wuselten viele der Insekten herum.“ Weshalb die Bootsbauer einen Mitarbeiter des Bauhofs baten, die Gitterbox per Hublader aus dem Schuppen  herauszufahren, damit sie ungestört weiterarbeiten können.

Gesagt, getan. Allerdings, so Jahl, gefiel dies den umherfliegenden Wespen überhaupt nicht. „Die waren plötzlich mega unentspannt und haben sich regelrecht auf uns gestürzt.“ Und das, obwohl man sich völlig ruhig verhalten habe. „Keiner von uns hat nach den Wespen geschlagen oder sie durch hektische Bewegungen aufgeregt.“ Ans Weiterarbeiten war natürlich nicht zu denken. Erst später  machte das Team weiter, dann aber draußen auf dem Bauhof, wohin man das Schiff geschoben hatte. Nachtragend sind die Bienenfreunde nicht – obwohl Wespen und Bienen ja enge Verwandte sind. Jahl: „Am Motto des Themenschiffs wird nichts geändert.“

Konzertierte Angriffsaktion typisch für soziale Insekten

Angriff Das Verhalten der Wespen ist typisch für soziale Insekten, zu denen Bienen, Wespen und Ameisen gehören, sagt Prof. Manfred Ayasse vom Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik der Uni Ulm (Foto: Uni). „Fürchten die Tiere, dass ihre Behausung zerstört wird, werden sie aggressiv und suchen den Feind.“

Alarm Eine wichtige Rolle beim Angriffsverhalten spielt ein bestimmtes Alarm-Pheromon. Es wird vom ersten zustechenden Insekt freigesetzt und macht alle weiteren Tiere aggressiv. Je mehr Pheromone freigesetzt werden, desto angriffslustiger wird der Schwarm. Insofern  seien die Bootsbauer noch glimpflich davon gekommen, sagt Ayasse. „Es hätten auch mehr Stiche werden können.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel