Wonnemar Wonnemar: Städte wollen bis Jahresende Konzept erstellen

Auf der Suche nach Plan B: Gerhard Semler denkt an neue Gesellschaft beider Städte.
Auf der Suche nach Plan B: Gerhard Semler denkt an neue Gesellschaft beider Städte. © Foto: Volkmar Könneke
EDWIN RUSCHITZKA 22.04.2016
Bis zum Dezember wollen die Städte eine neue Struktur fürs Wonnemar finden. Die Badegäste sollen unter dem Betreiberwechsel nicht leiden.

Arbeiten am Plan B heißt die Devise für Gerhard Semler, Abteilungsleiter für Bildung und Sport im Ulmer Rathaus. Nach dem Rückzug der Interspa als Betreiberin der Wonnemar-Freizeitanlagen, bestehend aus Erlebnisbad, Freibad und Eislaufanlage in Neu-Ulm, will Semler möglichst bis zum Jahresende gemeinsam mit der Stadt Neu-Ulm ein neues Konzept ausarbeiten. Er hat schon eine Idee: eine neue Donau-Freizeitanlagen-Gesellschaft als gemeinsame Tochter der beiden Städte. Unter diesem Dach könnte man das Wonnemar, dessen Name dann ausgedient hat, einbinden, ebenso die Hallenbäder in Ulm und Neu-Ulm und eventuell einen neuen Stellplatz für Wohnmobile.

Entscheiden werden allerdings allein beide Stadtratsgremien. Die Ulmer SPD lehnt sich am weitesten aus dem Fenster: Ihre Skepsis gegen den 2010 mit der Interspa ausgehandelten Pachtvertrag sei berechtigt gewesen, schreibt die Fraktionsvorsitzende Dorothee Kühne. „Den Pachtvertrag hat 2010 die verantwortliche Stadtspitze ausgehandelt und es seinerzeit geschafft, auch skeptische Stadträte zur Zustimmung zu bewegen“, heißt es, was man auch als kleine Spitze gegen den ehemaligen SPD-OB verstehen kann. Die Partnerschaft habe von Beginn an unter keinem guten Stern gestanden. „Beschwerden von Besuchern und Unzufriedenheit in der Belegschaft wurden zunehmend zu einem Imageproblem.“ Die SPD fordert, dass das Bad zurück in die Hände der Kommunen gehen soll, denkbar sei eine Tochtergesellschaft der Städte.

Semler hofft auf einen geordneten Übergang. Die Badegäste sollen unter dem Betreiberwechsel nicht leiden. Er vergleicht das Ganze mit der Übernahme des ehemaligen Atlantis. Was die Gültigkeit der Jahreskarten über den Pächterwechsel hinaus betraf, habe man damals auch Lösungen im Sinn der Kunden gefunden. Wonnemar selbst will ab sofort keine Clubkarten mehr verkaufen und wegen der Laufzeit bestehender Karten mit den Städten sprechen. Sollte es kein Einvernehmen geben, kämen Kulanzregelungen.

Eines ist klar: Der Ausbau des Thermalbereichs wird zurückgestellt bis die neue Struktur steht. Der von den Stadtratsgremien beschlossene Zehn-Jahres-Plan sei weiter gültig, „was dringend in diesem Jahr zu tun ist, soll gemacht werden“. Eines ist für Semler auch klar: Die zum Jahresanfang von der Interspa deutlich erhöhten Eintrittspreise müssten auf den Prüfstand.