Der im Landratsamt fürs Immissionschutzrecht zuständige Fachbereichsleiter Richard Götz erhebt schwere Vorwürfe gegen die Wonnemar-Betreiber Interspa in Stuttgart. Was die im Freien der Eislaufanlage gelagerten sechs vollen Ammoniakfässer betrifft, sei er belogen worden. Mehr noch: Weil er die am Donnerstag verbreitete und den Vorfall beschwichtigende Pressemitteilung nicht unterzeichnen wollte, seien er und seine Mitarbeiterin von den Wonnemar-Verantwortlichen unter Druck gesetzt worden. Das Landratsamt hätte das Ganze als „Missverständnis“ darstellen sollen. „Ich habe klar zum Ausdruck gebracht, dass ich das nie tun werde. Es geht um das Betreiben einer immissionsschutzrechtlichen Anlage und nicht um eine Würstlesbude.“

Götz hätte außerdem erklären sollen, dass die Lagerung der Fässer sachgemäß gewesen sei und es zu keiner Zeit eine Gefahr für Mensch und Umwelt gegeben habe. „Das habe ich nicht gemacht, weil das für mich nicht feststeht.“ Also wurden in der Pressemitteilung nur die Sprecher der Städte zitiert. Götz: „Die sind dafür gar nicht zuständig.“

Dem Landratsamt und der Polizei gegenüber habe das Wonnemar Ende Juni vor Ort gleich mehrfach beteuert, dass die Fässer leer seien. „Die haben uns einen Bären aufgebunden.“ Erst im Juli habe der Centermanger eingestanden, dass sie doch mit 2,1 Tonnen Ammoniak gefüllt gewesen seien. Die Füllung, so Götz, sei bereits im April erfolgt, nachdem Teile des gefährlichen Kühlmittels aus der Eislaufanlage ausgetreten waren. Die Mengen seien aber so gering gewesen, dass keine Meldepflicht bestanden habe.

Seit April lagerten die inzwischen abtransportierten Fässer im Freien und waren der direkten Sonnenbestrahlung und hohen Temperaturen ausgesetzt. Den Sicherheitsvorschriften nach sollen Ammoniakfässer bei weniger als 50 Grad gelagert werden. Götz hat von Wonnemar dazu eine Gefährdungsbeurteilung gefordert. Volker Kurz von der Interspa erklärte gestern, man habe sich auf die Fachfirma verlassen. Es sei vieles schief gelaufen, die Falschaussagen täten ihm leid. In Zukunft wolle man mit dem Landratsamt besser zusammenarbeiten.