Baugebiet Wohnviertel für 800 Menschen entsteht in Neu-Ulm

 Neues Baugebiet in Neu-Ulm/Ludwigsfeld.
 Neues Baugebiet in Neu-Ulm/Ludwigsfeld. © Foto: SWP Grafik/Reichelt
Neu-Ulm / BERND RINDLE 20.05.2016
Vom Fahrrad-Highway bis zur Tramtrasse - bei der Vorstellung des Baugebiets Ulmer Riedteile hatten die Bürger mehr Ideen als Einwände.

Bis das erste Haus im neuen Baugebiet Ulmer Riedteile nördlich von Ludwigsfeld stehen wird, ist es noch weit hin. Konkrete Planungsvorstellungen gibt es nicht, allenfalls die Absicht, auf der rund acht Hektar großen Fläche Wohnraum für mehr als 800 Menschen zu schaffen. Denn Neu-Ulm wächst und der Bedarf ist groß. Allein bei der städtischen Wohnungsgesellschaft Nuwog sind "zwischen 800 und 1000 Wohnungssuchende gemeldet", sagte Bürgermeister Albert Obert bei der Info-Veranstaltung in der Hochschule Neu-Ulm.

Im Bemühen um Transparenz und einen möglichst reibungslosen Prozess ist die Stadtverwaltung mit dem Projekt schon frühzeitig auf den Markt gegangen, um den Bürgern die Gelegenheit zu geben, Einwendungen vorzutragen und eigene Ideen und Vorschläge einzubringen. All' das soll dann in den angestrebten städtebaulichen Ideenwettbewerb einfließen. "Wir sind erst ganz am Anfang", sagte Stadtbaudirektor Markus Krämer, der das in ein Wohn- und Mischgebiet mit so genanntem nicht störendem Gewerbe aufgeteilte Areal vorstellte. Dort sollen einmal 400 Wohneinheiten stehen - vom Geschosswohnungsbau bis zu Einfamilienhäusern.

Das warf bei Anwohnern vor dem Hintergrund des Lärmschutzes die Frage auf, ob dann zur Erschließung die Querspange nördlich von Ludwigsfeld doch noch komme? Was Obert mit Blick auf die Vergangenheit als eher unwahrscheinlich bezeichnete: "Die wurde schon diskutiert, als Peter Biebl gegen Heiner Metzger 1977 im OB-Wahlkampf angetreten ist."

Ein anderer Teilnehmer regte an, den Ausbau der Straßenbahn nach Ludwigsfeld neu zu überdenken. "Das Problem ist schlichtweg das Geld", stellte Albert Obert klar. "Dazu brauchen wir Landes- und Bundeszuschüsse." Damals habe man die Kriterien nicht erfüllt, um an diese Mittel zu kommen. Für die Zukunft wollte er das aber nicht ausschließen, sollte der Einwohnerzuwachs auch künftig anhalten: "Man muss abwarten, wie sich das weiterentwickelt." Markus Krämer fügte hinzu, dass die damalige Planung zwar nicht weitergeführt worden ist, das Thema aber "nur in der Warteschleife" sei. Ein weiteres sei nach wie vor, die Memminger Straße für den ÖPNV frei zu halten.

Einen neuen Weg für den Individualverkehr schlug ein junger Mann vor: "Warum keine Fahrradautobahn anstelle eines Grünstreifens?" Eine mehrspurige Radtrasse zur schnellen Erschließung der Innenstadt also. Eine Naturschützerin sorgte sich dagegen um den Fortbestand des dortigen Biotops und regte an, die grüne Insel zu umbauen, während eine andere Frau vorschlug, das Gebiet künftig von Fernwärme versorgen zu lassen.

Um das Biotop, das ohnehin geprüft und gegebenenfalls verlegt werde, müsse man sich keine Sorgen machen, zumal dort "noch lange eine grüne Wiese" stehen werde, sagte Obert. "Und Zauneidechsen und Juchtenkäfer hat dort noch keiner gesehen."

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