Neu-Ulm/Ulm Wohnmobil-Stellplatz: Büro vergleicht Goldochsenwiese mit Donaubad

Neu-Ulm/Ulm / EDWIN RUSCHITZKA 04.11.2013
Goldochsenwiese oder altes Donaubad? Wo die beiden Städte Ulm und Neu-Ulm den gemeinsamen Stellplatz für Wohnmobile ansiedeln wollen, ist noch nicht entschieden. Gutachter haben beide Orte verglichen.

Seit Ende September liegt es vor, das Gutachten der Firma nps Bauprojektemanagement zu den Grundstücken für den künftigen Wohnmobil-Stellplatz. Die Gutachter lassen sich auch über die Herstellungskosten aus: Auf der Goldochsenwiese würde ein Stellplatz 13.266 Euro kosten, auf dem Grundstück des alten Donaubads 9666 Euro. Die Städte müssten für 30 Stellplätze ohne sanitäre Einrichtungen beim alten Donaubad etwa 290.000 Euro investieren, auf der Goldochsenwiese fast 400.000 Euro.

Im Frühjahr war nps von den Städten zu einer Untersuchung der Standorte aufgefordert worden. Beide Gründstücke liegen auf Neu-Ulmer Gemarkung: die Goldochsenwiese südwestlich des Parkplatzes beim Freizeitbad Wonnemar und der alte Teil des Donaubads im Winkel von Adenauer-Brücke und Wiblinger Straße. Die Eigentumsverhältnisse sind speziell: Die Goldochsenwiese ist von Neu-Ulm auf Jahrzehnte gepachtet worden. Das Gelände war einst für die Multifunktionshalle vorgesehen gewesen, die an der Europastraße entstanden ist. Die Stadt muss noch über Jahre hinweg rund 64.000 Euro jährliche Pacht für das 25.000 Quadratmeter große Grundstück bezahlen. Der größte Nachteil dort ist neben den Kosten vor allem die Hochwassergefahr. Erst beim lange nicht so dramatischen Hochwasser im Juni dieses Jahres war die Wiese überschwemmt.

Der 16.000 Quadratmeter große Teil des alten Donaubads befindet sich zu 75 Prozent im Eigentum der Stadt Ulm, die diesen Standort für Wohnmobile ins Gespräch gebracht hat. Das Gelände ist vor Hochwasser geschützt. Teile des Neu-Ulmer Stadtrats sehen dort aber eher die Zukunft des Kulturbiergartens, der die Flussmeisterei räumen musste.

In der Neu-Ulmer Stadtplanungsabteilung wird das Donaubad-Gelände unumwunden als viel zu wertvoll angesehen, um dort künftig nur Wohnmobile abzustellen. Kultur- und Bildungseinrichtungen seien dort denkbar, heißt es. Das Gelände werde sicher noch wertvoller, wenn die Adenauerbrücke saniert und es dann auch leiser wird. OB Gerold Noerenberg ließ durch seinen Sprecher verlautbaren, dass ihm das nps-Gutachten vorliegt, es aber keine Empfehlung erkennen lasse. Die Präferenz der Stadt Neu-Ulm liege bei der Goldochsenwiese.

Das nps-Gutachten liegt den Ulmer und Neu-Ulmer Stadträten vor. Politiker und der Chef der Ulm/Neu-Ulm Touristik-GmbH (UNT), Wolfgang Dieterich, drängen auf eine rasche Entscheidung. Helga Malischewski (FWG, Ulm) favorisiert das alte Donaubad. Und sie ist sauer, dass dieses Thema auf die lange Bank geschoben wird: "Wir wollen überall vorne dabei sein und kriegen das nicht hin." Alfred Westermayer (SPD, Neu-Ulm) spricht sich für die Goldochsenwiese aus: Der Standort sei ideal. Das alte Donaubad sei dafür viel zu schade. UNT-Chef Dieterich sieht den Ball jetzt in den politischen Gremien: "Die müssen sich entscheiden." Ein neuer Stellplatz für Wohnmobile sei überfällig. Trotz der Hochwassergefahr sei die Goldochsenwiese gut geeignet. Die Neu-Ulmer Vorbehalte gegen das alte Donaubad kann Dieterich nachvollziehen: "Das ist ein tolles Grundstück, auf dem man sich ganz andere Nutzungen vorstellen kann."

Die Vor- und Nachteile der beiden Standorte Goldochsenwiese und altes Donaubad
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel