Seit mehr als einem Jahr wird darüber diskutiert, wo Touristen, die die Städte Ulm und Neu-Ulm besuchen, in Zukunft ihre Wohnmobile abstellen dürfen. Der bisherige Stellplatz in der Ulmer Friedrichsau ist deshalb problematisch, weil er mitten in der Umweltzone liegt und vor allem ältere Fahrzeuge nicht dem geforderten Standard der grünen Plakette entsprechen. Verschärft hat sich die Situation, seitdem auch geparkte Wohnmobile kontrolliert werden, was bislang aufgrund einer Gesetzeslücke nicht geschah.

Zwei Standorte, beide auf Neu-Ulmer Gemarkung, werden von der Firma Nething Bauprojektmanagment (nps) untersucht: Zum einen ist es die so genannte Goldochsenwiese südwestlich des Parkplatzes beim Wonnemar. Und zum anderen der alte Teil des Donaubads im Winkel Adenauerbrücke/Wiblinger Straße.

Beide Standorte werden von den Städten als geeignet eingestuft, ansonsten gehen die Interessen aber auseinander. Neu-Ulm favorisiert eher die seit Jahren brach liegende Goldochsenwiese, weil sie an die Eigentümer dafür jährlich 64.000 Euro Pacht überweist. Neu-Ulm hatte die Wiese deshalb gepachtet, weil dort einst die Multifunktionshalle vorgesehen war. Die Stadt Ulm bevorzugt den Bereich des Donaubads, weil 75 Prozent der Flächen Ulm gehören.

Dass die Interessen der Städte auseinander gehen, wird in den Rathäusern überhaupt nicht bestritten. Der Neu-Ulmer OB Gerold Noerenberg wie der Ulmer Finanzbürgermeister Gunter Czisch verweisen auf den Auftrag an die Firma nps. Sie soll jetzt die zu erwartenden Investitionskosten ermitteln.

Möglicherweise kommt das ehemalige Donaubad beide Städte tatsächlich billiger, weil dort zumindest Teile der notwendigen Infrastruktur (Strom- und Wasseranschlüsse) vorhanden sind. Dafür müssten die alten Umkleidegebäude abgebrochen werden. Zudem gilt das Areal als relativ sicher vor Hochwasser. Die Goldochsenwiese müsste erst noch erschlossen werden, außerdem ist dort kein Hochwasserschutz vorhanden.

Noch vor der Sommerpause soll die Firma nps ihren Bericht vorlegen, dann könnten beide Städte eine definitive Entscheidung treffen und obendrein einen Betreiber suchen. Das dürfte allerdings nicht besonders schwierig werden, weil schon der Betreiber der benachbarten Eislaufhalle und des angrenzenden Erlebnisbads Wonnemar, also die Interspa aus Stuttgart, sein Interesse bekundet hat. Interspa verspricht sich Synergieeffekte auch was den Besuch der Freizeitanlagen betrifft.

Die Investitionskosten könnten sich die beiden Städte nach dem mehrfach erprobten Schlüssel teilen – zwei Drittel trägt Ulm, ein Drittel Neu-Ulm – und dann auf die Pacht an die Interspa umlegen.

Was das Donaubad betrifft, gibt es in Neu-Ulm Stadträte, die dort den Kulturbiergarten lieber sehen würden. Diese von vielen lieb gewonnene Einrichtung musste der Bebauung am Jahnufer weichen. Der Kulturbiergarten wird in diesem Jahr wohl nur am Schwörwochenende öffnen. Wo, soll erst noch entschieden werden.