Den Stadtnamen Ulm übersetzt Wirtz am Tag nach seinem fast ausverkauften Konzert im Roxy zum Facebook-Foto mit „Ultimativ legendäre Musikveranstaltung“. Im April hatte Sänger Daniel Wirtz aufgrund einer „Nachricht aus dem familiären Umfeld“ nach wenigen Shows die Tour mit seiner Band zum Album „Die Fünfte Dimension“ abbrechen müssen. Umso mehr freuten sich die Fans aus der Region, dass der 43-Jährige und seine Mitmusiker den Ulmer Termin am Samstag nachholten – so sehr, dass sie ihn offenbar zu diesem Akronym inspirierten.

Den Einheizer gibt das Quartett Deine Cousine aus Hamburg mit Sängerin Ina Bredehorn, die später mit Wirtz auch „Auf die Plätze, fertig, los“ singt. So kann sich die Hauptband ins gemachte Nest setzen. „Ich führe euch durch völlig neues Gelände. Ich injizier’ euch das reatonale Glückshormon“, startet Wirtz mit „Die fünfte Dimension“ durch, haut mit mehreren E-Gitarren brettharte Riffs raus. Alternative Rock, der an die Amerikaner Circle II Circle denken lässt. Die Nähe zum Metal kommt nicht von ungefähr: 1999 gründeten ehemalige Mitglieder der deutschen Heavy-Metal-Institution Rage mit Daniel Wirtz die Band Sub7even. Seit elf Jahren ist er unter dem Namen Wirtz erfolgreich solo unterwegs, zuletzt auch im Fernsehen in der zweiten Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ und  mit seiner eigenen Sendung „One Night Song“ auf Vox. Sein Potential entfaltet der Rocker vor allem über die mit intensiver Stimme interpretierten introspektiven Texte. Der Gesellschaftskritik von „Das verheißene Glück“ stellt er eine politische Ermahnung voraus: Sein Opa würde sich grämen, wüsste er, was derzeit in Deutschland vor sich geht. „Die Alten, sie wussten, weil sie es noch erlebt, drum gaben den nächsten, sie’s mit auf den Weg“.

Zur Zugabe steht Daniel Wirtz dann allein mit der akustischen Gitarre auf der Bühne – „Ich bin der Ed Sheeran von Ulm“. Das Publikum singt für ihn den Refrain seiner ersten Single „Keine Angst“, bevor die Band nochmal mit Verstärker in die Vollen geht.