Commerzbank Wirtschaft: Trump beunruhigt noch nicht

Ulm / jkl 20.07.2018

„Die Unternehmer sehen leichte Wolken am Horizont und wissen nicht, ob ein Gewitter kommt oder sich alles wieder auflöst.“ So beschreibt Oliver Wenzler, Commerzbank-Direktor der Mittelstandsbank-Filiale Ulm, die Stimmungslage in den Unternehmen der Region. Trumps Handelskonflikt mit China, der anstehende Brexit und die Ankündigungen der neuen italienischen Regierung, das alles sorge für eine „leichte Verunsicherung“ bei seinen Kunden. Von einer Krise sei in der Region jedoch keine Rede. Vielmehr herrsche Verwirrung. „Für die Mittelständler ist es schwer zu überblicken, was es für den einzelnen bedeutet.“

Generell seien die Betriebe gut aufgestellt. „Viele haben einen finanziellen Puffer“, sagte Wenzler im Rahmen eines volkswirtschaftlichen Ausblicks, den Commerzbank-Ökonom Marco Wagner gab. „Eine Stärke des Mittelstands ist seine schnelle Reaktionsfähigkeit“, sagte Wagner. Die Zeiten seien harscher geworden, dennoch rechnet er in nächster Zeit nicht mit einer Rezession oder gar einem Abschwung – „außer der Handelskrieg weitet sich auf die ganze Welt aus. Die Welt ist insgesamt unsicherer geworden.“ Sollte sich der Handelskrieg zwischen den USA und China weiter zuspitzen, könne Europa sogar der lachende Dritte sein. Jedoch nur, wenn unter den Europäern Einigkeit herrsche. „Dann kann die EU ein ebenbürtiger Gegner sein.“

Schwierig sei es derzeit für konsumnahe Unternehmen. „Der Strukturwandel im Einzelhandel schlägt jetzt richtig zu.“ Viele Kunden müssten ihre Geschäftsmodelle neu überdenken. „Der stationäre Einzelhandel leidet echt.“ Kleine Händler ebenso wie die Ketten.

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