Ulm/Neu-Ulm / swp  Uhr

Der Club der Industrie Ulm/Neu-Ulm hat bei seiner Mitgliederversammlung zur Besonnenheit beim Nuxit aufgerufen. Der für vier Jahre wiedergewählte Vorsitzende Fritz Stiefel mahnte überhaupt zur Vorsicht: „Die Rahmenbedingungen werden nicht einfacher.“

Außerdem im Vorstand, ebenfalls einstimmig gewählt: Winfried Wanka von der Firma Mayer als Stellvertreter, Marco Danieli (Harder Logistics), Armin Willbold (Evobus). Dagegen sind Werner Kittel, Erwin Settele und Thilo Butzbach aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Verein ist zuletzt auf 101 Mitglieder gewachsen – mit 28 000 Beschäftigten.

Stiefel ist in  Personalunion auch Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung in Neu-Ulm und sagte mit Blick auf den Nuxit: „Alle Beteiligten mögen hierbei besonnen reagieren.“ Er legte Wert auf die Feststellung::  „Egal wie die Nuxit-Debatte ausgeht, die Wirtschaft darf dafür nicht die Zeche zahlen.“ Das könne zu Lasten der Arbeitsplätze gehen. Auch Landrat Thorsten Freudenberger und OB Gerold Noerenberg waren im Publikum.

Der alte und neue Vorsitzende will mit dem Club weiter positive Akzente setzen: wie den mit den Wirtschaftsjunioren eingeführten Themenschwerpunkt „werteorientierte Unternehmenskultur.“ Es gehe um gegenseitige Wertschätzung und Respekt und unerlässliche Spielregeln im Arbeitsleben. Dabei könnten die Betriebe Maßstäbe setzen, auch mit Blick auf potenzielle Bewerber.

Der hohe Fachkräftebedarf ist nach den Worten des geschäftsführenden Vorstands Michael Mühlbacher eines der größten Probleme für die Betriebe, die auch Mitarbeiter mit Migrationshintergrund einstellen. Und für die Energiewende laufe der Netzaufbau zu langsam.

Der Club der Industrie besuchte zuletzt auch das Polizeipräsidium Ulm. Dabei betonte Danieli: „Sicherheit ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für die Region, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.“ Kriminaldirektor Bernd Ziehfreund erläuterten die Arbeit der Polizei am Beispiel eines vorgetäuschten Werttransport-Überfalls sowie an einem zweiten Beispiel, bei dem Drogen im Darknet bestellt wurden. Die Aufklärungsquote der Kripo in Ulm. liegt bei 83 Prozent. Die Mitglieder des Clubs der Industrie spendeten noch spontan 500 Euro für den Fördervereins des Polizeipräsidiums.