Feiertag Wir sind Schwörmontags-Helfer

Timo Catalano (41) Polizist
Timo Catalano (41) Polizist © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Von Frank König, Harald John und Christoph Mayer 21.07.2018

Der Wasserretter

Markus Häußler disponiert an Schwörmontag die Kräfte der DLRG vom Einsatzleitwagen aus. Um 6 Uhr trifft man sich bei der DLRG am Neu-Ulmer Ufer, alle Aktivitäten mit anderen Rettern müssen koordiniert werden. Schließlich werden im bunten Feld der Nabader 230 Helfer auf 23 Booten unterwegs sein. „Wir werden überall dazwischen sein und alles im Auge behalten“, sagt Häußler. Der 32-jährige Ulmer hat Erfahrungen, schließlich war er schon mit zwölf Jahren mit der DLRG am Schwörmontag dabei. Er kennt neuralgische Stellen wie die Eisenbahnbrücke und die Strömungen am Bootshaus. Dafür sind Strömungsretter, aber auch Helfer auf Rettungsbrettern unterwegs. Häußler erwartet diesmal einen ruhigen Strom: „Die Donau hat sehr wenig Wasser, darum staut die Stadt den Fluss auf, damit er Montag 50 Zentimeter höher ist.“ Gab es mal eine knifflige Situation? „Wir hatten die Alarmmeldung, dass ein 30 Meter breites Floß quer auf die Brücke zutreibt und sich zu verhaken droht.“ Aber das Riesenfloß hätte sich als aneinander­gebundene Gummreifen herausgestellt – es gab Entwarnung.

Markus Häußler (32) Wasserhelfer
Markus Häußler (32) Wasserhelfer © Foto: Lars Schwerdtfeger

Der Sanitäter

An Schwörmontag mit zehntausenden von Besuchern fahren die Rettungsdienste einen Großeinsatz. Zusätzliche Sanitäter kommen bis aus Nürnberg, berichtet Sebastian Schneider (22) von der ASB-Einsatzleitung. Insgesamt koordiniert der ASB am Montag 152 Rettungskräfte. Beim Nabada sind allein auf Ulmer Seite 13 Fußstreifen unterwegs sowie rund ein Dutzend Rettungs- und Krankenwagen. Dazu kommt ein Doku-Fahrzeug, an dem zentral auch die Abrechnung für Krankenkassen läuft und Nachfragen von Angehörigen auflaufen. Für die Party am Abend gibt es Rettungszelte – zentral an der Polizei – und die bekannte Zwischenversorgung für Drogen- und Alkoholfälle im Kornhaus. Die Retter dürfen Zwölf-Stunden-Schichten absolvieren. Ehrenamtliche Sanitäter erhalten fünf Euro pro Stunde. Sie kümmern sich nicht nur um Hitzeprobleme, vor allem auf dem Wasser, sondern müssen oft auch Verletzungen durch Glasscherben bei Flipflop-Trägern behandeln.

Sebastian Schneider (22) Sanitäter
Sebastian Schneider (22) Sanitäter © Foto: Lars Schwerdtfeger

Der Polizist

Timo Catalano (41) gehört an Schwörmontag zur Führungsgruppe des Reviers Mitte. Der Hauptkommissar ist für die Einsatzplanung zuständig und beim Nabada in einem der Polizeiboote mit auf dem Wasser. Die Polizei will auf die Einhaltung der Spielregeln achten – wie das Verbot, mit Wasser zu spritzen und gefährliche Wasserbomben zu werfen. Dazu sind auch Kräfte an Land unterwegs. Danach gilt die Aufmerksamkeit der Party mit Brennpunkten wie Münsterplatz, Lautenberg und Fischerviertel.

Timo Catalano (41) Polizist
Timo Catalano (41) Polizist © Foto: Lars Schwerdtfeger

Der Feuerwehrmann

Für Andreas Burst ist der Schwörmontag ein Großkampftag: „Um 7 Uhr geht es los, um 2 Uhr in der Nacht ist Schluss“, sagt der 42-Jährige, der bei der Ulmer Feuerwehr für vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutz zuständig ist. Eigentlich dauert sein Dienst noch viel länger, und das hat viel mit dem Wörtchen „vorbeugend“ zu tun. Schon im März oder April checkt Burst die wichtigsten Veranstaltungsflächen. Für Münsterplatz, Donauufer oder Fischerviertel erstellt er mit den Bürgerdiensten Pläne: Wie müssen die Fluchtwege beschaffen sein? Sind alle Gebäude und Flächen im Ernstfall für die Feuerwehr zu erreichen? Na gut, das ist erst mal die Theorie. Am Stadtfeiertag selbst heißt es dann: Ortsbegehung – und Umsetzung. „Unsere Gastronomen sind mitunter ja ziemlich kreativ“, meint der Brandschützer. Sprich: Manchmal werde eben doch etwas vollgestellt, wo ein Durchgang frei bleiben müsse. Im Lauf des Schwörmontags wechselt Burst dann in den Sicherheitsstab, der im Stadthaus angesiedelt ist. Dort laufen bei ihm die Fäden als „Einsatzleiter Feuerwehr“ zusammen: „Bisher ist immer alles glatt gelaufen.“. Ein Zwischenfall, an den er sich erinnert: „Vor zwei Jahren ist einer aufs Münstergerüst geklettert. Den mussten wir dann wieder runterbugsieren.“

Andreas Burst (42) Feuerwehrmann
Andreas Burst (42) Feuerwehrmann © Foto: Lars Schwerdtfeger

Der Seelsorger

Am Schwörmontag fährt auch die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV), oft einfach Notfallseelsorge genannt, ihre Bereitschaft hoch. Das berichtet Holger Oellermann aus der Leitung. Während der Party ist Oellermann bei der Polizei untergebracht. Dabei betreut er schon mal die Kameraden von Verletzten während einer medizinischen Behandlung. Normal unterstützt der Notfallseelsorger vor allem Polizisten, wenn sie Angehörigen eine Todesnachricht überbringen. Auch die Betreuung von Einsatzkräften gehört dazu.

Holger Oellermann von der Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau.
Holger Oellermann von der Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau. © Foto: Lars Schwerdtfeger

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