Sie tauchen regelmäßig auf den verschiedenen Formen der sozialen Netzwerke im Internet auf. Die „besorgten Bürger“, die um den Untergang der christlich-abendländischen Kultur fürchten – weil angeblich christliche und vor allem weihnachtliche Tradition immer stärker in den Hintergrund gedrängt werden. So wie etwa die – falsche – Behauptung, Weihnachtsmärkte würden aus Rücksicht auf Muslime in Wintermärkte umbenannt.

Winterstern statt Weihnachtsstern

Als der Discounter Aldi in der vergangenen Woche einen Winterstern in den Verkauf brachte, war das einem Kunden offenbar zu viel. Der war der Meinung, die Pflanze müsse als Weihnachtsstern verkauft werden. Dieser habe schließlich in deutschen Wohnzimmern eine lange Tradition und gehöre „zu unserer gewachsenen christlich-abendländischen Kultur“. Dass Aldi das jetzt ändere, sei „vorauseilender Gehorsam, der sich nahtlos in die Umbenennungen von Weihnachtsmärkten in Wintermärkte anschließt“ und gewiss nicht im Sinne der alten Gebrüder Albrecht. Die würden „wahrscheinlich beide in ihrer Urne rotieren, ob der Unterwerfung der neuen Aldi-Süd-Administration gegenüber linken Foren und dem Islam“.

Aldi kontert die Kritik am Winterstern genial

Das Social-Media-Team konnte das natürlich nicht auf sich sitzen lassen – und zeigt bei seiner Antwort jede Menge Humor. Zunächst handele es bei der Pflanze gar nicht um einen klassischen Weihnachtsstern – der übrigens auch weiterhin angeboten werden - sondern um eine Abwandlung. Um eine Verwechslung auszuschließen, habe man das Produkt eben auch anders benannt - nämlich Winterstern. Aldi schlägt aber vor: „Du darfst ihn aber auch gerne Horst nennen, wenn du dich damit besser fühlst.“

So reagiert Aldi auf die Kritik am Winterstern.
© Foto: Screenshot

Ergänzend schreiben sie noch: „Seit jeher begrüßen wir und unsere Gründer alle Menschen, gleich welcher Religion, sozialer, ethischer oder nationaler Herkunft oder Staatsangehörigkeit. Deine seltsamen Mutmaßungen darfst du gerne anderswo verbreiten, aber bitte nicht hier.“ Am Ende des Facebookposts steht noch #keinplatzfürrassismus

Der Großteil der Facebook-Nutzer, die der Aldi-Süd-Seite folgen, stimmt der Aussage des Discounters offenbar zu. Zumindest sind die positiven Reaktionen auf den Beitrag klar in der Mehrzahl.

Wer den Weihnachtsstern statt den Winterstern bei Aldi Süd kaufen möchte, kann das ab dem 21. November tun. Den Winterstern gibt es bereits seit 7. November zu kaufen.