Gibt es an der Wilhelmshöhe ein Problem? „Ja, momentan schon“, sagt der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch auf Nachfrage.

Das Problem sind Gruppen von Leuten, die sich im kleinen Park auf der Wilhelmshöhe, oft abends und nachts, treffen, trinken, Drogen konsumieren, Passanten anpöbeln, von dort, elf Meter über dem Saumarkt, Flaschen auf die darunter verlaufende Stadtmauer fallen lassen. Darunter leiden nicht nur Passanten oder Familien, die den angrenzenden Spielplatz nutzen wollen, sondern vor allem Anwohner des Saumarkts. Der Verein „Leben in der Stadt“ setzt sich dafür ein, dass sich die Zustände ändern. Die Anwohner haben seit den jüngsten Berichten in unserer Zeitung viel Zustimmung von Ulmern erhalten. Mittlerweile sind Gemeinderatsfraktionen aktiv geworden.


FWG Die FWG-Fraktion fordert in einem Antrag eine bessere Beleuchtung der Wilhelmshöhe.

CDU Die CDU-Fraktion wollte sich selbst ein Bild von der Lage machen und hatte für Dienstagnachmittag zu einem Ortstermin geladen, nämlich Vertreter der Polizei, des Ordnungsamtes, des Vereins „Leben in der Stadt“ und natürlich der eigenen Fraktion. „Mit den Beschwerden der Bürger muss man sensibel umgehen“, sagt Stadträtin Barbara Münch, die Vorsitzende der CDU Ulm, die den Ortstermin leitete. Und weiter: „Wir wollen, dass Menschen in der Innenstadt wohnen.“ Und nicht, dass viele die Innenstadt verlassen, weil sich Nachtleben und Nachtruhe nicht vereinbaren lassen.

CDU unterstützt Forderung nach mehr Licht auf der Wilhelmshöhe

Die Forderung nach mehr Licht „finden wir sehr gut. Da schließen wir uns der FWG gerne an“, sagt Münch. Wie weitere Teilnehmer der Runde berichten, schlugen Vertreter der Polizei vor, intensiver zu kontrollieren, ebenso soll dort der Kommunale Ordnungsdienst präsenter sein. Die Polizei hat für den Einsatz des so genannten Pickellichts geworben, Licht, das jeden extrem unvorteilhaft aussehen lässt.

Nach dem Treffen hat die CDU-Fraktion einen Antrag an Oberbürgermeister Gunter Czisch formuliert, in dem gefordert wird, dass an der Wilhelmshöhe Schilder darauf hinweisen, den Aufenthalt zwischen 22 und 6 Uhr einzuschränken. Damit hat die Polizei eine Grundlage, um Platzverweise auszusprechen. Weiter fordert die CDU, die Kosten für die Beleuchtung zu berechnen. Tore, mit denen nachts die Zugänge zur Wilhelmshöhe geschlossen werden, wie sie der Verein  „Leben in der Stadt“ fordert, sieht die CDU nicht als Mittel erster Wahl. Sie sollten dann in Betracht kommen, wenn andere Maßnahmen nicht wirken.

Kommunaler Ordnungsdienst soll aufgestockt werden

OB Gunter Czisch „Ich nehme das alles sehr ernst“, sagt der Ulmer Oberbürgermeister zu den Vorkommnissen an der Wilhelmshöhe. Gleichzeitig verweist er darauf, dass es in der Innenstadt immer Orte geben wird, an denen sich Trinker treffen und an denen „die Lärmgrenze überschritten“ wird, wie etwa am Karlsplatz, im Alten Friedhof, in der Vergangenheit an den Rondellen in der Bahnhofstraße. „Potenzielle Aufenthaltsorte sind meist jene, die man schlecht einsehen kann.“ Was an der Wilhelmshöhe der Fall ist. Auch dort sind Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz polizeibekannt, 18 wurden im vergangenen Jahr ermittelt. Flaschenwürfe kommentiert Czisch so: „Das geht gar nicht. Da müssen wir etwas tun.“ Wo es zu Straftatbeständen komme, gebe es keine Toleranz mehr.

Wie die Zustände geändert werden können, dazu „stehen mehrere Vorschläge im Raum“, sagt der OB. Nur: Benennen will er sie noch nicht, sondern erst in der nächsten Sitzung des Runden Tischs am 10. März mit Stadträten abklären, „wie wir rangehen“. Befragt nach einem Zaun ums Gelände meint er: „Wer sich nicht an Regeln hält, hält sich auch nicht an einen Zaun.“  Das sagt Czisch dann doch: Der Kommunale Ordnungsdienst, derzeit mit sieben Mitarbeitern, soll aufgestockt werden.

Anwohner müssten laut Czisch akzeptieren, dass es „in der Stadt lauter ist als woanders“. Das sei aber „kein Freibrief für ein paar wenige, sich nicht an Regeln zu halten“.