Wiley-Park Wiley-Süd gilt weit über Neu-Ulm hinaus als Vorzeigeprojekt

Ein Hügel, Rasenflächen und zwei Dutzend Obst- und Laubbäume, von den Bewohnern gespendet: Der letzte Abschnitt des Peter-Biebl-Parks ist fertig.
Ein Hügel, Rasenflächen und zwei Dutzend Obst- und Laubbäume, von den Bewohnern gespendet: Der letzte Abschnitt des Peter-Biebl-Parks ist fertig. © Foto: Stadt Neu-Ulm
Neu-Ulm / CHIRIN KOLB 02.08.2014
Kleines Fest mit großer Bedeutung: Der letzte Teil des Wiley-Parks ist fertiggestellt - und damit im Wesentlichen auch das ganze Viertel. Es ist nach dem Abzug der US-Armee völlig neu entstanden.

Ein Tischchen mit Getränken, drei Dutzend Menschen, eine zehnminütige Rede und eine Info-Tafel, die bis zur unprätentiösen Enthüllung unter einer braunen Papier-Mülltüte steckte. Es war ein eher kleiner Rahmen, als OB Gerold Noerenberg kürzlich den südlichen Abschnitt des Wiley-Parks eröffnete. Und doch befand er: "Das ist ein historischer Tag."

Und zwar deswegen, weil die Fertigstellung des zentralen Grünzugs der letzte Baustein für das neue Stadtviertel war, das im Neu-Ulmer Süden auf dem Gelände der ehemaligen Wiley-Kaserne der US-Streitkräfte entstanden ist. "Bis auf ein paar kleinere Baustellen ist das städtebauliche Konzept Wiley-Süd abgeschlossen", sagte Noerenberg. Was noch fehlt, ist beispielsweise der Stadtteilplatz, für den gerade ein Wettbewerb läuft und für den die Bürger bereits eigene Vorschläge gemacht haben.

Der Grünzug, der nach dem ehemaligen Oberbürgermeister Peter-Biebl-Park heißt, zieht sich durch das ganze Wohngebiet. An der Gestaltung des letzten Abschnitts haben sich die Wiley-Bewohner mit Ideen, Geld und Tatkraft eingebracht. Auf dem rund 12.000 Quadratmeter großen Gelände wurden ein Hügel aufgeschüttet, Rasen angesät und Bäume gepflanzt. Die 14 Obst- und 11 Laubbäume im Wert von 7500 Euro wurden von Bewohnern gesponsert und in einer Gemeinschaftsaktion im November gepflanzt. "Darauf sind wir stolz", sagte Martina Maurer, die Vorsitzende des Bürgervereins, bei der Eröffnung des letzten Abschnitts.

Die Wiley-Bewohner haben auch die Patenschaft für die Pflege der Bäume übernommen. Der OB freut sich über den Einsatz der Bürger. Der Park sei ein gelungenes Beispiel, wie Bürger und Verwaltung gewinnbringend zusammenarbeiten können. In Wiley sei nicht nur ein neues Viertel entstanden, sondern auch eine funktionierende Gemeinschaft. Die Bürger identifizierten sich mit ihrem Viertel und setzten sich dafür ein. Viel Grün, gute Infrastruktur und die Nähe zu Ulm gefallen den meisten Bewohnern.

Für die Stadt Neu-Ulm war die Entwicklung des Stadtteils eine Pioniertat, sagte Noerenberg. "Es kommt nicht mehr oft vor, dass Städte ganze Stadtteile neu bauen." Wiley stieß und stößt deshalb überregional auf Interesse. Viele Kommunen und Stadtplaner hätten sich schon bei der Verwaltung gemeldet und nachgefragt. Wiley werde allgemein als gelungen angesehen.

Noerenberg räumte allerdings ein, dass die Stadt manches auch hätte besser machen können. Zwei Beispiele: Die Kindertagesstätte wurde erst gebaut, als die ersten Bewohner längst eingezogen waren. Dieser Fehler soll sich bei neuen Wohngebieten wie in Ludwigsfeld oder in Wiley-Nord (siehe Info-Kasten) nicht wiederholen. Wiley-Süd hätte außerdem nach den ursprünglichen Plänen viel dichter bebaut werden sollen. Nachdem die ersten Häuser standen, setzte sich die Erkenntnis durch, dass eine luftigere Bebauung dem Viertel und seinen Bewohnern gut tue.

Nach dem Abzug der US-Soldaten Anfang der 90er Jahre hatte die Stadt die Kasernengelände Wiley, Nelson und Vorfeld sowie das Offizierskasino an der Donau (heute Biergarten Barfüßer) vom Bund gekauft. Für die rund 140 Hektar zahlte die Stadt rund 86 Millionen Mark (43 Millionen Euro). Wiley war mit knapp 80 Hektar die größte Fläche. In Wiley-Süd leben mittlerweile 3360 Menschen.

Wie es weitergeht in Wiley

Hochschule Wiley-Süd ist so gut wie fertig bebaut, aber in anderen Teilen des ehemaligen Geländes der US-Armee tut sich noch einiges. Südlich der Europastraße wird die markanteste Veränderung die Erweiterung der Hochschule Neu-Ulm sein. Der geschätzt 24 Millionen Euro teure Neubau soll zum Start des Wintersemesters 2017/18 fertig sein. An der Hochschule studieren rund 3300 junge Frauen und Männer. Der 2008 bezogene Neubau auf dem Wiley-Gelände ist längst zu klein.

Neubaugebiet In Wiley-Nord entsteht ein neues Wohngebiet mit rund 770 Wohneinheiten. Nach Vorarbeiten soll 2017 mit dem Bau der Einfamilienhäuser und Geschosswohnungen begonnen werden. Zuvor muss der Recyclinghof an den Breitenhof umziehen.

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