Bildung Wieso machen Schulen bei „Wir lesen“ mit?

Ulm.  / bf 05.11.2018

Heute geht das Bildungsprojekt „Wir lesen intensiv“ wieder los. Insgesamt 104 Klassen mit 2348 Schülern nehmen in diesem Jahr daran teil. Die Kinder und Jugendlichen bekommen einen Einblick in die Welt der Medien. Sie lernen, wie eine Zeitung entsteht und dürfen selbst als Reporter auf Recherche gehen. Einige Lehrerinnen und Lehrer haben dem Medienhaus der SÜDWEST PRESSE vorab schon mal einen Besuch abgestattet, um sich genauer über das Projekt zu informieren und sich ein paar Anregungen zu holen.

Aber wieso möchten sie mit ihren Klassen überhaupt bei „Wir lesen“ mitmachen, was sind ihre Beweggründe? Und was genau planen sie für den Projektzeitraum? Wir haben mit einigen Lehrerinnen gesprochen:

Tina Presch ist zum ersten Mal bei „Wir lesen“ dabei – und zwar mit ihrer Klasse 10b des Robert-Bosch-Gymnasiums in Langenau. Sie unterrichtet Gemeinschaftskunde, Wirtschaft und Deutsch. „Da eignet sich das Zeitungsprojekt natürlich“, sagt sie. Sie möchte bei ihren Schülern die Begeisterung für Medien wecken. Außerdem sollen die Jugendlichen lernen, Fake News zu erkennen und von seriösen Nachrichten zu unterscheiden. „Sie sollen zu kompetenten Lesern werden“, sagt Presch.

Das ist auch für Ursula Dinkelacker ein wichtiges Thema. „Mir geht es darum, dass die Schüler bewusster mit Medien umgehen“, sagt sie. Dinkelacker unterrichtet an der Gewerblichen Schule in Ehingen, sie macht mit einer Industriemechaniker-Berufsschulklasse im ersten Lehrjahr bei „Wir lesen“ mit  – das hat an ihrer Schule quasi schon Tradition. Ob sie schon konkrete Pläne hat, wie sie das Zeitungsprojekt mit ihren Schülern umsetzen möchte? „Ich würde gerne das Medien- und das Druckhaus besuchen“, sagt sie: „Damit die Schüler den ganzen Ablauf der Zeitung sehen.“

Renate Böhmer will ihre Schüler durch das Projekt an die Zeitung heranführen. „Viele kennen das gar nicht“, sagt sie. Die Lehrerin nimmt mit einer Wirtschaftsklasse der Berufsfachschule IB Ulm an „Wir lesen“ teil. Sie ist zum ersten Mal dabei, hat aber selbst schon mal ein Medien-Projekt an ihrer Schule organisiert. Auch Böhmer würde mit ihren Schülern gerne die Druckerei besichtigen – oder einen Redakteur einladen. „Das fände ich ganz interessant“, sagt sie.

Lena Sturm unterrichtet am Alber-Einstein-Gymnasium Ulm eine neunte Klasse in Deutsch. Medien seien da sowieso im Bildungsplan drin, sagt sie: „Da wäre es ja doof, das nicht live mit der Zeitung zu machen.“ Die Lehrerin hat festgestellt, dass viele Schüler das Medium gar nicht kennen – oft gibt es auch bei ihnen zu Hause keine Zeitung. „Das Projekt ist eine Chance, die Zeitung an die Schüler heranzubringen – und vielleicht auch in die Haushalte“, sagt sie. Die Recherche-Angebote findet sie alle interessant. „Ich würde da aber gerne die Schüler mitentscheiden lassen“, sagt Sturm. „Spannend fände ich es auch, wenn jeder Schüler sich ein Thema sucht und über einen längeren Zeitraum beobachtet.

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