Ulm / Claudia Reicherter Endlich steht fest, wer am Schwörsonntag auf dem Münsterplatz in Ulm auftreten wird: Scooter. Doch nicht alle sind begeistert.

Das kann ja heiter werden. Nach Pop-Röhre Pink, den Rappern von Fanta 4, Schmusesänger Xavier Naidoo und den Soft-Rockern Scorpions soll 2019 „ein ganz anderes Genre“ das Münsterplatz-Open-Air-Publikum erfreuen: Hardcore-Techno. Oder zeitgemäßer: ein Electro-Dance-Act. Einer der seit 25 Jahren weit über Deutschland hinaus zu den Größten zählt: Scooter.

Frontmann H.P. Baxxter bietet mit Live-Musikern, Tänzern und reichlich Sound- wie Pyro-Technik eine beeindruckende Show - da haben die Veranstalter Radio 7 und Christian Becker schon recht. Dass sich auf Hits wie „Hyper Hyper“, „Maria“ und „How Much Is The Fish“ durchaus Frührentner wie Teenager einigen können, entspricht dem Image des Schwörfestivals. Als Event, das im Idealfall generationsübergreifend ganze Familien anspricht.

Party-Stimmung und extreme Lautstärke

Aber Scooter-Konzerte stehen nicht nur für kurze, hemmungslos mitgrölbare Slogans. Sondern auch für überbordende Party-Stimmung, für die am Schwörwochenende ja schon der Montagabend reserviert ist. Und ehrfurchtsgebietende Lautstärke. „Akustik in Detonation“ hat das mal ein Kritiker genannt, „Rave-Ekstase für Biertrinker“ ein anderer. Und der dritte – langjähriger konzert- wie raveerfahrener Metal-, Punk- und Hardcore-Fan – bekam vom ausdauernden Wummern der Bässe Nasenbluten. Eine Scooter-Show ist nicht nur ein Knaller, da knallt’s auch. Nicht nur einmal. Dass Security, Presse-Fotografen und -Kameraleute, die direkt vor der Bühne stehen, Ohrenstöpsel verordnet bekommen, hat seinen Grund.

Das Geheimnis ist gelüftet: H.P. Baxxter und Scooter bestreiten das Schwörkonzert 2019 auf dem Ulmer Münsterplatz. Das teilt Veranstalter Radio 7 mit.

Also steht auch fest: Diese Ankündigung wird die Gegner des Münsterplatz-Open-Airs erschüttern. Schon vorneweg. Und auf die Barrikaden treiben.

Wir fragen uns: Wie soll das zusammengehen? Mit Rücksicht auf Bausubstanz und Anwohner? Wo doch schon lautstärkemäßig vergleichsweise zivile Acts wie Neil Young und Die Fantastischen Vier so sehr heruntergedimmt werden mussten, dass der Musikfan auf dem Münsterplatz seitlich oder hinten kaum mehr was mitbekam.

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