Liqui Moly 11.000 Euro Prämie für jeden Beschäftigten

Bei Liqui Moly in Ulm-Lehr schüttet Geschäftsführer Ernst Prost erneut eine hohe „Siegesprämie“ an die Belegschaft aus.
Bei Liqui Moly in Ulm-Lehr schüttet Geschäftsführer Ernst Prost erneut eine hohe „Siegesprämie“ an die Belegschaft aus. © Foto: Liqui Moly
Ulm / Frank König 14.02.2018
Ernst Prost bleibt auch nach dem Verkauf seiner Anteile an den Würth-Konzern großzügig. Vier Millionen Euro fließen an die zwei Stiftungen.

Auch nach dem Verkauf von Liqui Moly an den Würth-Konzern (wir berichteten) hält Geschäftsführer Ernst Prost an der hohen Gewinnausschüttung fest, die schon für das Vorjahr bezahlt wurde. So zahlt der Schmierstoffhersteller für 2017 erneut eine Sonderprämie von 11.000 Euro an jeden der 835 Mitarbeiter an den Standorten in Ulm und Saarlouis aus – davon 350 Beschäftigte am Hauptsitz in Ulm-Lehr.

Dazu Prost in einer Bilanzmitteilung: „Weil nicht nur ich, sondern die ganze Mannschaft hart gearbeitet, gut gewirtschaftet und deshalb einen herausragenden Mannschaftserfolg produziert hat, kommt jetzt die Zeit, um – salopp formuliert – die ‚fette Beute’ zu verteilen“. Für die so genannte Siegesprämie zweigt das Unternehmen aus seinem Gewinn vor Steuern insgesamt mehr als zehn Millionen Euro ab.

Prost hat nach der Transaktion mit Würth nun erstmals Gewinnzahlen veröffentlicht. Der Überschuss vor Steuern beträgt 52 Millionen Euro und hat im zurückliegenden Geschäftsjahr wie der Umsatz um neun Prozent zugelegt. Der Liqui-Moly-Umsatz wurde bereits veröffentlicht und beträgt 532 Millionen Euro. So hat Liqui Moly vor Steuern fast zehn Prozent Rendite erzielt. Prost nennt nun erstmals auch die Eigenkapitalquote der Firma, die mit 80 Prozent sehr hoch ist.

Aus dem Verkaufserlös heraus

Vor dem Hintergrund des erfreulichen Umfelds spendet Prost aus dem Verkaufserlös seiner Anteile an Würth vier Millionen Euro an seine zwei privaten Stiftungen: Drei Millionen Euro fließen an die Ernst-Prost-Stiftung, eine Million an die Ernst-Prost-Foundation for Africa. Er betreibt die Stiftungen für in Not geratene Menschen mit seinem Sohn Benjamin Orschulik und seiner Lebensgefährtin Kerstin Thiele. Die entsprechenden Überweisungen seien gestern getätigt worden, heute feiert Prost seinen 61. Geburtstag. Die 11.000 Euro Prämie gehen mit der nächsten Gehaltszahlung brutto an die Mitarbeiter.

Prost hatte das Unternehmen zum Jahreswechsel an Würth verkauft – wobei der Weltkonzern in Künzelsau schon vorher über eine komplexe, für Außenstehende nicht erkennbare Konstruktion die Mehrheit der Anteile hielt.  Mit dem vollständigen Verkauf sollte Liqui Moly vollends unter das schützende Dach von Würth rücken, teilte Prost im Dezember mit. Er verkaufte dazu seine restlichen 33,3 Prozent der Anteile, über den Verkaufserlös wurde nichts bekannt.

Da Prost jedoch seit dem ursprünglichen, vor 20 Jahren gefundenen Arrangement mit Würth den Firmenwert und auch den Umsatz über die 500-Millionen-Schwelle deutlich erhöht hat, dürfte ihm ein nennenswerter Millionenbetrag zugeflossen sein, aus dem er somit auch die Privatstiftungen dotieren kann.

Hoher Bekanntheitsgrad durch Sportsponsoring

Produkte Das Sortiment von Liqui Moly umfasst Schmierstoffe, Additive, Autopflegeprodukte. Die Firma hat durch ihr Sponsoring – beispielsweise im Renn-, aber auch im Wintersport – einen hohen Bekanntheitsgrad.