Tätersuche Schmierereien im Ulmer Münster: So ermittelt die Polizei

Schmiererei an einer Tür im Ulmer Münster
Schmiererei an einer Tür im Ulmer Münster © Foto: Ernst-Wilhelm Gohl
Ulm / Bastian Huttner 03.09.2018

Schmierereien in oder an Kirchen, Friedhöfen und ähnlichen Orten, sind für viele Menschen ein absolutes Tabu. So schlägt auch der aktuelle Fall in Ulm hohe Wellen. Im Münster hat ein bislang unbekannter Täter Kirchenbänke, Türen und ein Buch mit Hakenkreuzen und AfD-Parolen beschmiert.

Wie geht die Polizei in solchen Fällen vor? An welchen Anhaltspunkten orientieren sich die Ermittler? Hat der Täter – wie im Münster-Fall – seine Handschrift hinterlassen, kommen häufig forensische Linguistiker des Bundeskriminalamtes (BKA) zum Einsatz, um den Beamten beim Lösen der unterschiedlichen Fälle zu helfen.

Täterprofil dank Handschrift

Nach Informationen des BKA beschäftigen sich die Experten der Autorenkennung mit inkrimminierten Texten. Das bedeutet, es handelt sich um Texte, die in einem Sachverhalt zu Straftaten eine Rolle spielen. Das können beispielsweise ein Schriftstück eines Erpressers oder ein Bekennerschreiben sein. Die Linguistiker untersuchen die Schriftstücke dann auf Besonderheiten: Was sagt die Handschrift aus? Welche regionalen Besonderheiten lassen sich erkennen? So lassen sich häufig Rückschlüsse über das Alter, den Wohnort oder die Tätigkeit des Täters ziehen.

Im Falle der Schmierereien im Ulmer Münster ist laut Auskunft der Ermittler derzeit kein forensischer Linguistiker im Einsatz. Die kommen laut Auskunft einer BKA-Sprecherin eher dann zum Einsatz, wenn Bekennerschreiben oder größere Schriftstücke am Tatort gefunden werden – und dann analysiert werden können.

Das könnte Dich auch interessieren:

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel