Sicherheit „Escape Rooms“ in der Region: So sicher sind sie wirklich

„Escape Rooms“ wie hier in Göppingen sind sehr beliebt. Es gilt, sich schnellstmöglich aus einem verschlossenen Raum voller Rätsel zu befreien. Im Notfall kann das ungemütlich werden.
„Escape Rooms“ wie hier in Göppingen sind sehr beliebt. Es gilt, sich schnellstmöglich aus einem verschlossenen Raum voller Rätsel zu befreien. Im Notfall kann das ungemütlich werden. © Foto: Constantin Fetzer
Ulm / Jana Zahner 09.01.2019
Nach einem Brand in einem polnischen „Escape Room“ haben wir bei Betreibern aus der Region nachgefragt, wie sicher die „Exit Games“ hierzulande sind.

Eingeschlossen mit Freunden in einem geheimnisvollen Raum, die Zeit läuft – wer aus dem „Escape Room“ entkommen will, muss einen kühlen Kopf bewahren und die im Zimmer verteilten Rätsel lösen. Was als Freizeitangebot in Europa immer beliebter wird, wurde im polnischen Koszalin zu einer tödlichen Falle: Fünf Mädchen starben am vergangenen Freitag bei einem Brand während eines „Exit Games“.

In Neu-Ulm, Kempten, Memmingen, Göppingen, Stuttgart und seit vergangenen Dezember in Ulm gibt es ebenfalls solche Rätselzimmer. Die thematisch individuell gestalteten Räume entführen die Spieler in Spukschlösser, Aztekentempel oder düstere Jagdhütten und tragen Namen wie „Blood Lust“, „London Crime“ oder „Space Escape“.

Türen lassen sich notfalls öffnen

Kann ein Unglück, wie es in Polen passiert ist, auch hierzulande vorkommen? Daniel Finck, Geschäftsführer bei der Berliner Firma Paperdice Solutions, welche die Exit Games in Ulm und Stuttgart betreibt, hält das für extrem unwahrscheinlich bis unmöglich. „Man darf in Deutschland weder Leute wirklich einsperren noch anketten. Ein Escape Room ist kein rechtsfreier Raum.“ Dies bekräftigen auch Mitarbeiter des Escape Rooms in Neu-Ulm: Man habe immer die Möglichkeit, die Räumlichkeiten über die Fluchtwege zu verlassen.

Anders als in Polen gibt es in Deutschland strenge Brandschutzvorschriften, an die sich auch die Betreiber von Exit Games halten müssen. Vor der Eröffnung werde daher eine Fluchtwegplanung beim Baumamt eingereicht und dort geprüft.

Die Spieler müssen laut rechtlicher Vorgabe jederzeit in der Lage sein, sich aus dem Raum eigenständig zu befreien und zu den Fluchtwegen zu gelangen. Die Tür aus dem Rätselraum darf daher niemals abgeschlossen sein.

Zusätzlich sind die Zimmer videoüberwacht und werden von einem Spielleiter beaufsichtigt, der nicht nur bei der Lösung der Rätsel hilft, sondern auch im Notfall das Spiel abbricht.

Betreiber sieht keinen Nachbesserungsbedarf

Aufgrund der strengen Sicherheitsvorschriften sieht Finck nach dem Unglück in Polen keinen Handlungsbedarf für die Escape Rooms in Deutschland. Trotzdem sensibilisiere der Vorfall für die Bedeutung der Sicherheitsauflagen. „Im Zweifelsfall ist zu streng besser als zu locker“, sagt der Geschäftsführer. Eine Verunsicherung der Kunden oder einen Einbruch der Buchungen hat die Firma am Wochenende nach dem Brand in Koszalin nicht feststellen können. Wer sich trotzdem vor dem Spiel unsicher fühle, sollte sich im Vorfeld beim Anbieter des Exit Games über die Sicherheitsvorkehrungen informieren, rät Finck.

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