Ausstellung Wie Schüler aus leeren Weinflaschen eine Orgel bauen

Ist das Kunst? Ja, sagen die Macher der Glasorgel „Für Elise“. Die spielt den Anfang der berühmten Beethoven-Melodie.
Ist das Kunst? Ja, sagen die Macher der Glasorgel „Für Elise“. Die spielt den Anfang der berühmten Beethoven-Melodie. © Foto: David Nau
DAVID NAU 17.08.2017

Am Anfang ist es erstmal nur laut. Aus den Lautsprechern im Vorraum des Vortragssaals im Museum Ulm tönt Lärm: Es wird gehämmert, eine Säge kreischt, ein Bohrer heult. Aufgenommen haben die Geräusche Siebtklässler des Kepler-Gymnasiums. Mit ihrer Klangcollage haben sie gewissermaßen ein Kunstprojekt über ein Kunstprojekt gemacht. Denn verursacht haben die Werkstattgeräusche etwa 60 Achtklässler des Gymnasiums, die sich im Mai mehrere Wochen lang mit der Vermischung von Naturwissenschaft und Kunst beschäftigt haben. Gemeinsam mit den Ulmer Künstlern Johannes Ender, Mark Klawikowsky und Christine Söffing übersetzten die Schüler des naturwissenschaftlichen Zuges die Themen Bewegung, Schall und Wasser in Kunstobjekte.

Herausgekommen sind etwa Installationen wie die Glasorgel mit dem Titel „Für Elise“. Die besteht aus sechs Weinflaschen, alle unterschiedlich hoch mit Wasser gefüllt. Auf Knopfdruck werden die Flaschen von Metallstäben computergesteuert im richtigen Rhythmus angeschlagen, und es ertönen die ersten Takte der berühmten Melodie.

Ergebnis des Workshops mit dem Titel „Naturwissen schafft Kunst“ ist auch eine titellose Konstruktion, die ein wenig wie eine Mischung aus Kran und Spinne anmutet. An vier Armen hängt jeweils ein Computerlüfter, bestückt mit Stiften. Schaltet man die Lüfter an, dann wirbeln die Stifte wild über ein Blatt Papier – heraus kommen durchaus ästhetische Zufallsbilder. „Die sind schon an sich ausstellenswert“, sagt Pia Jerger.

Jerger ist seit Juli Volontärin im Museum Ulm und betreut die Ausstellung. Sie betont: „Die Kooperation mit Schulen ist für uns sehr wichtig.“

Info Die Ausstellung ist noch bis 8. September im Museum Ulm zu sehen.

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