Preis Wie Kritzel auf die Metallplatte kommt

Der Kritzel-Award: Herausragende Arbeiten werden damit ausgezeichnet.
Der Kritzel-Award: Herausragende Arbeiten werden damit ausgezeichnet. © Foto: Sabine Krischeu
Ulm / Leon Feiler 10.12.2018

„Wir brauchen keine jungen Rehe oder gar nackte, goldene Männer als Award, wir haben Kritzel!“, mit diesen Worten stellten die Moderatorinnen Clara Folger und Lea Dangel aus dem SWP-Jugendreporterteam den heißbegehrten Kritzel-Award auf der „Wir lesen“-Party vor. Dieser Preis, der das „Wir lesen“-Maskottchen Kritzel gekonnt in Szene setzt, wurde von Schülern gestaltet und nun bereits im zweiten Jahr an herausragende Schülerleistungen vergeben. Der Kritzel-Award ziert daher schon einige Vitrinen in Schulgebäuden in Ulm und um Ulm herum. Der Kritzel-Award wird rege bestaunt, doch auch immer wieder tritt die Frage auf – wer oder was ist Kritzel? Als Jugendreporter sehe ich es als meine Pflicht an, diese Frage aufzudecken.

Herauszubekommen, wer oder was Kritzel ist, das ist eine einfache Übung. Ein Blick in die Begleithefte für die jüngeren „Wir lesen“-Projektteilnehmer verrät, dass Kritzel das Projektmaskottchen ist. Grün, zwei Zähne, drei Haare, ungleich ausgeprägte Augen, wohl genährt und schelmisch grinsend – so könnte man ihn beschreiben. Er begleitet die jüngsten Projektteilnehmer aus Grund- und Vorschule bei deren Entdeckungsreise in die Medienwelt und erklärt, wie eine Zeitung entsteht und aufgebaut ist.

Schüler ergreifen Initiative

Aber nicht nur bei Kindern, auch bei Jugendlichen und sogar Erwachsenen ist das grüne Wesen beliebt. Daher kam im vergangenen Jahr die Idee auf, den „Wir lesen“-Preis für herausragende Schülerleistungen als Kritzel zu gestalten. Die Idee war gut, doch wer kann das umsetzen? Wie so häufig bei den „Wir lesen“-Projekten haben es sich die Schüler nicht nehmen lassen und ergriffen die Initiative. An der Robert-Bosch-Schule Ulm wurde ein Muster angefertigt. Das hat die „Wir lesen“-Jury überzeugt. Daher haben 26 Schüler der Robert-Bosch-Schule unter der Leitung ihrer Lehrer Timo Kröner und Timo Kohout sowie der Organisation von Schulleiterin Ann-Kathrin Gräber dafür gesorgt, dass in diesem Jahr wieder der Kritzel-Award verliehen werden kann.

Zum Verständnis die wesentlichen Produktionsschritte im Schnelldurchlauf: Mit einer Wasserstrahlschneidemaschine haben die Schüler das Metall geschnitten. So unglaublich es klingt, es funktioniert. Ein Wasserstrahl hat unser Projektmaskottchen Kritzel aus dem Metall geschnitten. Keine einfache Sache, bedenkt man alleine Kritzels filigrane Haarpracht. Der Wasserstrahl hat einen Druck von etwa 3500 bar. Um dies besser nachvollziehen zu können: Eine gewöhnliche Wasserleitung hat etwa vier bis sieben bar.

Mit Föhn und Plexiglas

Damit der Schnitt auch funktioniert, wurde scharfkantiger Schneidsand beigemischt und  die scharfen Kanten mit einer Feile bearbeitet. Damit der Award auch aufrecht stehen und bewundert werden kann, wurde das Blech gebogen. Eine Plexiglasscheibe, natürlich in der Kritzel-Farbe Grün, wurde dann maßgenau angepasst und aufgeklebt. Im letzten Arbeitsschritt wurde der Award dann noch auf Hochglanz poliert. Hier kam sogar ein Föhn zum Einsatz. Und so steht der Kritzel-Award nun in diversen Vitrinen von Schulen, deren Schüler ganz Besonderes leisten – und es werden von Jahr zu Jahr mehr... Vielen Dank an die Robert-Bosch-Schule!

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