Wegen sinkender Schülerzahlen einst vom Untergang bedroht, wird das Neu-Ulmer Lessing-Gymnasium jetzt sogar erweitert - und zwar bis 2019. Die Schülerzahlen steigen, von derzeit 700 Schülern auf 900 in fünf Jahren. Dank des neuen Schulleiters Dr. Martin Bader, dank des neuen, erfolgreichen Unterrichtskonzepts mit offenen Lernlandschaften. "Die Schule", so Landrat Erich Josef Geßner gestern bei der Ausstellungseröffnung mit den 23 Wettbewerbsteilnehmern in der Sporthalle, "hat an Attraktivität gewonnen." Die Erweiterung, die deutlich über 20 Millionen Euro kosten dürfte, ist laut Geßner ein logischer Schritt.

So genannte offen gestaltete Lernlandschaften haben die alten herkömmlichen Klassenzimmer abgelöst. Der Unterricht wird in großzügig bemessene Freiräume hinein verlagert. Diesem Konzept war auch der Wettbewerb für die Erweiterung geschuldet, den der Landkreis ausgeschrieben hatte. Das Düsseldorfer Büro von Rolf Schuster darf sich über den ersten Preis freuen, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 31 000 Euro.

Der Anbau kommt von außen betrachtet als etwa 100 Meter langes, zur Augsburger Straße hin gelegenes Gebäude eher unscheinbar daher. Im Inneren hat Schuster aber am stärksten Bezug zum neuen Unterrichtskonzept genommen - und damit auch gewonnen. Um zwei so genannte offene Marktplätze herum, werden zwischen vier und sechs Klassenzimmer angeordnet. Der Unterricht kann bei Bedarf aus den Klassenzimmern heraus auf die Marktplätze ausgedehnt werden.

Für Tageslicht sollen dabei mehrere groß dimensionierte Lichtschächte sorgen. Das Gebäude selbst wird nach den Standards eines Passivhauses gebaut und greift damit auch das Klimaschutzkonzept des Landkreises auf. Der Zeitplan für die Umsetzung ist ehrgeizig: In den Sommerferien nächsten Jahres soll mit dem Bau begonnen werden, die Arbeiten, so Kreisbaumeister Rudolf Hartberger, dürften sich über fünf Jahre erstrecken. "Das dauert deshalb so lange, weil wir keinen Spielraum haben, auszuweichen." Während der Bauarbeiten wird also weiter unterrichtet.