Erst hat man kein Glück, und dann kommt auch noch Pech hinzu. Dieser oft von Sportlern bemühte Spruch traf am Mittwochabend auch für Räumdienste in Ulm und Neu-Ulm zu, die mit spiegelglatten Fahrbahnen zu kämpfen hatten. Für Autos und Busse, leider auch für Räumfahrzeuge waren die widrigen Wetterverhältnisse des Schlechten zu viel. Nichts ging mehr.

Anders die Situation in Neu-Ulm. Dort hatte der im Auftrag der Straßenmeisterei fahrende Räumdienst die Augsburger-, Leipheimer- und Adenauerstraße schlichtweg nicht auf dem Radar. Einfach vergessen. Die Folgen waren fatal: Achtmal hat’s auf dieser Strecke gekracht, die Blechschäden gehen in die Tausende.

Wer haftet dafür eigentlich? In der Rechtsprechung haben die Autofahrer bei Glatteisunfällen oft schlechte Karten. Wovon zahlreiche im Internet nachzulesende Fälle und Urteile zeugen. Städte sind zwar räum- und streupflichtig. Sollten sie aber wegen Überlastung dem nur schwer nachkommen können, muss der Autofahrer die Geschwindigkeit anpassen, notfalls auch anhalten.

Was aber, wenn der Räumdienst eine Straße einfach vergessen hat und das auch noch zugibt? Da tut sich vielleicht eine Möglichkeit auf, das juristisch überprüfen zu lassen. Aber die Chancen dürften dennoch gering sein, denn im Notfall gilt: die Geschwindigkeit anpassen.