Pfuhl Widerstand gegen Mini-Volksfest in Pfuhl

Ein Karussel auf dem Weihnachtsmarkt in Ulm. Auch Schausteller Willi Böhm will im Pfuhler Brittle ein Karussel aufstellen. Doch die Stadt hat das Mini-Volksfest untersagt. Nun zieht er ins Muthenhölzle um.
Ein Karussel auf dem Weihnachtsmarkt in Ulm. Auch Schausteller Willi Böhm will im Pfuhler Brittle ein Karussel aufstellen. Doch die Stadt hat das Mini-Volksfest untersagt. Nun zieht er ins Muthenhölzle um. © Foto: Matthias Kessler
Pfuhl / EDWIN RUSCHITZKA 04.06.2013
Schausteller Willi Böhm will im Pfuhler Brittle ein Volksfest veranstalten. Nicht alle sind begeistert. Am Donnerstag wird sich der Stadtrat damit befassen - der bis vor kurzem offenbar gar nichts von dem Vorhaben wusste.

Auf seinen Plakaten wirbt der Neu-Ulmer Schausteller Willi Böhm schon mal mit den Worten „Großer Vergnügungspark“. Der Neu-Ulmer Justiziar Thomas Hofmann, der den Pfuhler Festplatz im Brittle an Böhm vermietet hat, lacht dabei laut auf: „Trommeln gehört zum Handwerk. Das ist nicht einmal ein Volksfestle, der möchte halt einen Autoscooter aufstellen.“ Und deshalb hat Hofmann das Brittle an Böhm auch problemlos vermietet.

Was die Genehmigung des Volksfestes an sich betrifft, verweist er an Thomas Nägele vom Fachbereich Bürgerdienste, Sicherheit und Ordnung. Die Gespräche zwischen Böhm und Nägele haben indes noch nicht stattgefunden. Was Böhm auch bestätigt. Dennoch will er schon am Montag mit dem Aufstellen seiner Buden und Fahrgeschäfte beginnen.

Der 67 Jahre alte Böhm, der in Neu-Ulm wohnt und eigenen Worten nach „ein Leben lang“ als Schausteller unterwegs war, hat gestern beschrieben, was er auf der 750 Quadratmeter großen Fläche im Brittle alles anbieten will: Autoscooter, Kinderkarussell, ein kleines Fahrgeschäft, einen Stand mit Süßwaren, einen Imbissbetrieb samt Biergarten. Das Volksfest soll von Freitag, 14. Juni, bis Sonntag, 23. Juni, andauern und von 14 bis 22 Uhr geöffnet sein, sonntags schon von 11 Uhr an. Und dabei, so versichert er, „machen wir keinen Lärm, denn ich bin auch kein Freund von lauter Musik.“ Alles, so beteuert er, werde sich absolut in Grenzen halten.

Dennoch soll das Thema am Donnerstag ein Nachspiel im Stadtrat haben, denn die gewählten Volksvertreter wissen vom Pfuhler Volksfest bislang noch gar nichts. Und das angesichts der Tatsache, dass das Brittle immer ein heikler Bereich in Pfuhl war. Wenn Jugendliche dort lärmten, hagelte es Beschwerden. Genau daran erinnert auch der Pfuhler CSU-Chef Johannes Stingl: „Ich bin froh, das dort Ruhe eingekehrt ist und die Umgebung das Brittle so akzeptiert, wie es ist.“ Also ohne Volksfest. Dort so eine Veranstaltung zu genehmigen, bezeichnete Stingl als „unglücklich“. Was Vermietungen betrifft, wünscht sich Stingl von der Stadt „deutlich mehr Zurückhaltung“.

Ins gleiche Horn stößt auch der Pfuhler SPD-Vorsitzende Günter Kammerer. Er will das Thema gleich übermorgen in der Stadtratssitzung (16 Uhr ausnahmsweise in der Hochschule Neu-Ulm) zur Sprache bringen. Kammerer hält das Brittle für wenig „volksfest-tauglich“. Offene Fahrgeschäfte und Buden seien mit Zirkus-Veranstaltungen, die im Brittle von Zeit zu Zeit stattfinden, nicht zu vergleichen. Kammerer und Stingl sind deshalb gespannt, welche Vorgaben das Ordnungsamt der Schausteller-Familie Böhm machen wird.