Schnellbahnstrecke Widerstand gegen Bahn-Pläne

Wie oft ist der Flughafen direkt von Ulm aus erreichbar?
Wie oft ist der Flughafen direkt von Ulm aus erreichbar? © Foto: dpa
Ulm / Harald John 10.01.2018
Bundestagsabgeordnete aus Ulm und Neu-Ulm kritisieren die mögliche Ausdünnung des Zugverkehrs auf der Schnellbanstrecke zum Stuttgarter Flughafen scharf.

Unter den Ulmer und Neu-Ulmer Bundestags­abgeordneten hat die Ankündigung der Bahn, Ulm deutlich seltener an den Flughafen Stuttgart anzubinden, scharfe Kritik ausgelöst. Möglicherweise hat der politische Gegenwind erste Redaktionen gezeitigt: Am Abend meldete die Bahn, zu ihren Zusagen für die Anbindung des Stuttgarter Flughafens an das Fernverkehrsnetz zu stehen. Details blieben offen, denn „Aussagen zur konkreten Ausgestaltung des Zugangebots“ könnten erst zwei Jahre vor der Inbetriebnahme gemacht werden.

Hilde Mattheis (SPD, Ulm): „Die Bahn wirbt in ihrem Werbespot mit der ICE-Anbindung Ulm an den Flughafen/Messe. Wenn jetzt der Nutzen für die Bevölkerung nicht so sein würde, wäre das in höchstem Maße unseriös und – vor allem was das Kosten-Nutzenverhältnis anbelangt – unwirtschaftlich. Das kann niemand wollen. Auch ich nicht, die das Projekt Schnellbahntrasse zum Flughafen immer unabhängig von Stuttgart 21 gesehen hat.“

Ronja Kemmer (CDU, Ulm): „Die Pläne, am zukünftigen Filderbahnhof am Stuttgarter Flughafen nur sechs anstatt einhundert Schnellzugverbindungen täglich nach und aus Richtung Ulm fahren lassen zu wollen, gehen an den Vereinbarungen des Finanzierungsvertrages für S21 vorbei. Dieses Ansinnen verstößt gegen den Geist der Volksabstimmung, bei der gerade im Ulmer Raum eine große Mehrheit diesem Projekt zugestimmt hat. Wir werden uns gegen die Pläne auf allen politischen Ebenen wehren.“

Ekin Deligöz (Grüne, Neu-Ulm): „Wir brauchen zwischen Ulm und Stuttgart-Flughafen einen Stundentakt, mindestens. Aber diese Entscheidung passt zur langfristigen Strategie der Bahn, auf Strecken wie Berlin-München in Konkurrenz zum Flugzeug zu treten. Diese Strategie berücksichtigt nicht, dass Strecken wie Ulm-Stuttgart Flughafen gerade für Geschäftsreisende attraktiv sein müssen, um Verkehr von der Straße zu nehmen.“

Georg Nüßlein, CSU (Neu-Ulm): „Eine ausgedünnte Taktung halte ich – auch mit Blick auf die klaren Zusagen – für inakzeptabel. Es ist Aufgabe der baden-württembergischen Landesregierung, die Planungen mit der Bahn nun so zu gestalten, dass es bei der zweistündigen Taktung auf der Strecke bleibt.“

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