Buch Wichtige Frauen an der Donau

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danube books © Foto: danube books
Ulm / lgh 27.08.2018

Als „schönste Frau der Welt“ wurde sie einst vermarktet, sogar Ausschneidepuppen trugen ihr Gesicht: Hedy Lamarr war aus Wien nach Hollywood gekommen, um als Schauspielerin Karriere zu machen. Doch sie hatte viel mehr als ihr schönes Gesicht zu bieten: Gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil entwickelte sie das Frequenzsprung-Verfahren, ein Prinzip, das grundlegend für die Mobilfunktechnologie wurde. So wird ihre Geschichte in den „Danube Women Stories“ erzählt, die der Ulmer danube books Verlag herausgebracht hat.

Das Buch ist Teil eines internationalen Projekts, das von der Baden-Württemberg Stiftung gefördert wurde und zum grenzüberschreitenden Austausch über Frauenthemen anregen soll. Die Ulmer Kommunikationsdesignerin Sabine Geller, Gründerin des Magazins „danube connects“, hat es mit fünf Projektpartnern aus Wien, Budapest, Novi Sad und Bukarest erarbeitet.

„Ich habe schon viele Konferenzen in Donauländern besucht und oft sitzen eben die Männer auf den Podien“, sagt Sabine Geller, die mit der Erziehungswissenschaftlerin und Vorsitzenden der Informationsplattform „The World of NGOs“, Christiana Weidel, aus St. Pölten sowie Belinda Schmalekow, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZAWiW der Uni Ulm, als Herausgeberin der Geschichten fungiert.

Porträts und Interviews

Ihr Buch widmet sich ausschließlich interessanten Frauen aus Wien, Budapest, Novi Sad und Temeswar – und natürlich aus Ulm. Es enthält Porträts von historisch bedeutsamen Figuren und Interviews mit Zeitgenossinnen. Im Falle Ulms etwa erfährt man etwas über die Widerstandskämpferin Sophie Scholl oder über eine der ersten Stadträtinnen, Agnes Schultheiß, aber auch über die junge  Politikerin Ronja Kemmer, die Musikerin Ariane Müller und die Designerin Petra Schmitt. Insgesamt 51 Frauen aus Geschichte und Gegenwart sind vertreten. Beim Durchblättern durch das Büchlein kommt man nicht umhin, sich zu fragen, wieso man eigentlich so erschreckend wenige dieser Künstlerinnen, Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, Unternehmerinnen und Freiheitskämpferinnen kennt.

Die „Danube Women Stories“ jedenfalls sind dazu angetan, das zu ändern. Zumal daneben eine App für Frauen-Stadtführungen entwickelt wurde. 

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