Donautal Wiblinger Allee: Neuer Zeitplan für Umbau

Die Bäume sind schon gefällt: Noch in diesem Monat beginnt der Umbau der Kreuzung Wiblinger Allee/Hans-Lorenser-Straße im Industriegebiet Donautal.
Die Bäume sind schon gefällt: Noch in diesem Monat beginnt der Umbau der Kreuzung Wiblinger Allee/Hans-Lorenser-Straße im Industriegebiet Donautal. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Chirin Kolb 04.07.2018
Der Ausbau der Wiblinger Allee am Industriegebiet Donautal soll vor allem an Wochenenden laufen.

Mit der Verkehrsanbindung des Industriegebietes Donautal sind viele der ansässigen Unternehmen unzufrieden. Jeder zweite Betrieb, der auf eine Umfrage des Stadtentwicklungsverbandes Ulm/Neu-Ulm (SUN) antwortete, sieht bei diesem Thema Handlungsbedarf. Die dürftige Erschließung mit langen Staus zu den Hauptverkehrszeiten führt mit weitem Abstand die Liste der Unzufriedenheiten an. Auf dem zweiten Platz liegt mit 16 Prozent die Internetverbindung.

Die Umfrage des SUN bestätigt damit eine Befragung der IHK, bei der ebenfalls die Verkehrsanbindung als größtes Problem genannt wurde. Die Stadt Ulm versucht, Abhilfe zu schaffen. Zunächst mit dem Ausbau der Wiblinger Allee. „Damit wird eine der Hauptzufahrten zum Donautal erheblich verbessert“, sagt SUN-Geschäftsführer Ulrich Soldner, der die Unternehmensbefragung kürzlich vorstellte.

Flaschenhals aufweiten

Geplant ist, zuerst den Flaschenhals Wiblinger Allee/Hans-Lorenser-Straße aufzuweiten. 2019 steht dann die Verbreiterung der Wiblinger Allee an. Dort wird unter anderem eine zusätzliche Abbiegespur geschaffen. Das Problem: Während der Bauzeit an der Kreuzung wird die alte Kastbrücke von der B 30 her zum Nadelöhr – die Zufahrt zum Donautal wird also noch schwieriger.

Um Entlastung zu schaffen, hat die Bauverwaltung den ursprünglich ins Auge gefassten Zeitplan über den Haufen geworfen. Statt drei bis vier Wochen lang zu bauen, soll es nun „richtig massive Wochenend-Aktionen“ geben, sagt Abteilungsleiter Gerhard Fraidel. Zum ersten Mal voraussichtlich am 21./22. Juli. Die Wiblinger Allee soll von Freitagabend bis zum frühen Montagmorgen ganz oder teilweise gesperrt werden, damit in mehreren Schichten gebaut werden kann.

Am Wochenende sei im Industriegebiet einfach weniger Betrieb, die Staus sollen sich deshalb in Grenzen halten, hofft Fraidel. „Das Donautal bleibt aber anfahrbar.“ Allerdings werde es Umwege geben. Details stehen noch nicht fest. Die Stadt will über die demnächst frei geschaltete Internetseite wiblinger-allee.de über die Verkehrseinschränkungen informieren.

Den Verkehr im Donautal zu reduzieren, ist das Ziel einer Carsharing-App, die die Firmen Seeberger, Husqvarna und Uzin Utz eingerichtet haben. Sie ist nicht nur für ihre Mitarbeiter gedacht: Auch andere sollen diese Mitfahr-Plattform nutzen.

Die Verkehrsanbindung ist zwar für viele im Donautal ein großes Thema. Die 84 Unternehmen, die an der SUN-Umfrage teilnahmen (Rücklaufquote 41 Prozent), sehen Handlungsbedarf zudem in der Breitbandversorgung, im kulinarischen Angebot im Donautal, bei den Parkflächen für den Schwerlastverkehr und an Erweiterungsflächen. Sie sind knapp, deshalb komme nur Nachverdichtung in Betracht, sagt SUN-Geschäftsführer Ulrich Soldner. „Mit den 32 Unternehmen, die erweitern wollen, versuchen wir in Einzelgesprächen, Lösungsvarianten zu finden.“

Es geht nicht nur um Verkehr

Die Unternehmen sprachen auch den angespannten Wohnungs- und Immobilienmarkt in Ulm an. Er mache es Arbeitnehmern zunehmend schwer, geeigneten Wohnraum in Arbeitsplatznähe zu finden. Die Betriebe treibt dieses Thema umso mehr um, als sie oftmals händeringend Fachkräfte suchen. In der IHK-Umfrage stuften die Unternehmen den Fachkräftemangel als Top-Thema ein. Eine Lösung könnte laut Soldner der Bau von Betriebswohnungen sein. „Die Stadtverwaltung bietet gern Unterstützung an.“

In der SUN-Umfrage bekamen etliche Standortfaktoren gute Noten. Gut aufgestellt und von den Betrieben als Stärke des Standorts genannt sind demnach das Bildungsangebot in Ulm und der Region, die Lebensqualität, die Nähe zu Forschung und Wissenschaft sowie zu Kunden. Der Standort habe ein positives Image.

Die Erkenntnisse aus der Umfrage sowie die Rückmeldungen aus einer Diskussionsrunde mit Firmenvertretern, in der die Ergebnisse der Befragung vorgestellt wurden, sollen nun Grundlage für weitere Gespräche sein. SUN und Stadtverwaltung prüfen zudem, was sich im Donautal verbessern lässt. SUN und IHK wollen dabei laut Soldner noch mehr zusammenarbeiten.

Als nächstes ist der Science Park dran

Befragungen  Der Stadtentwicklungsverband Ulm/Neu-Ulm (SUN) hat bereits mehrfach Betriebe nach ihrer Zufriedenheit, ihren Problemen und ihren wirtschaftlichen Aussichten befragt: in den Gewerbegebieten Schwaighofen (im Jahr 2009), Starkfeld, Finninger Straße und Pfaffenweg (2010), Ulm-Nord (2012), Hörvelsinger Weg, Franzenhauserweg und Buchbrunnenweg (2012), Max-Eyth- und Otto-Hahn-Straße (2013), Memminger Straße (2014) und kürzlich nun im Industriegebiet Donautal. Für 2019/2020 plant der SUN Unternehmensbefragungen am Oberen Eselsberg/Wissenschaftsstadt sowie im Gewerbegebiet Einsingen.

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