Neu-Ulm Werbebanner, Messestände und Bauzaun-Verkleidungen made in Neu-Ulm

Firmenchef Andreas Iraci (rechts) erläutert Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (links) die Produktion großflächiger Werbedrucke. Foto: Volkmar Könneke
Firmenchef Andreas Iraci (rechts) erläutert Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (links) die Produktion großflächiger Werbedrucke. Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / REGINA FRANK 29.02.2012
Hängt ein weithin sichtbares Banner am SWU-Gebäude, so ist diese Werbung zugleich Ausdruck technischen Knowhows in der Region: Die Neu-Ulmer Firma Iraci kann in solchen Dimensionen drucken.

Durch eine Druckmaschine läuft gerade eine große Werbefahne für die Gold-Ochsen-Brauerei, sie misst drei mal sechs Meter. Ein paar Meter weiter lässt der Uhren- und Juwelierspezialist Chopard eine Verkleidung für Vitrinen drucken. Von Ratiopharm kam seinerzeit der Auftrag für die Hülle der riesigen Gesundheitsbox, die auf dem Münsterplatz aufgestellt werden sollte. Auch Peri steht auf der Kundenliste der Firma "Iraci visuelle Medien", EADS und Audi, die SWU sowie zahlreiche Museen.

"Wenn mich ein Kunde fragt, was ich eigentlich mache, dann hab ich ein Problem", sagt Geschäftsführer Andreas Iraci (41). Wenn er antwortet: Das Neu-Ulmer Familienunternehmen ist auf Großdrucke spezialisiert, stimmt das zwar: Es hüllt, wenn es sein muss, ganze Gebäude mit bedrucktem Stoff ein. Aber Iraci bedruckt eben auch kleine Namenskärtchen, die als Tischdekoration dienen. Die Firma druckt auf Stoff und Papier, Metall und Acryl, Glas und Folien.

Das Geschäft brummt. Der Umsatz lag 2011 bei 2,5 Millionen Euro und damit 30 Prozent über dem des Vorjahrs, sagt Iraci. Ein großer Sprung, der auch damit zusammenhängt, dass mit Audi ein großer Neukunde gewonnen wurde. Weiteres Wachstum ist geplant, so soll im nächsten Schritt ein Vertrieb aufgebaut werden. Bislang füllt das Unternehmen seine Auftragsbücher über Kontakte und Empfehlungen.

Der Betrieb stößt allerdings im früheren Frenzel-Gebäude im Pfaffenweg jetzt schon räumlich an seine Grenzen. Gerade wurden in einem Nachbargebäude zusätzliche Flächen angemietet.

Die Erfolgsgeschichte begann übrigens als "notwendiges Übel". So beschreibt Iraci im Rückblick den entscheidenden Bruch in der Firmengeschichte. Sein Vater Gioacchino Iraci Sareri, der in den 60er Jahren aus Sizilien nach Deutschland kam, hatte ursprünglich ein Fotostudio betrieben, gegründet 1980 in der Schützenstraße. Als die Digitalisierung einsetzte und das herkömmliche Geschäft des Filmentwickelns zurückging, zog die sizilianisch-deutsche Familie beizeiten Konsequenzen und orientierte sich neu: Richtung Großformat-Dienstleister. Eine gelungene Anpassung an die technologische Entwicklung, befand der Neu-Ulmer Bürgermeister Gerold Noerenberg bei seinem Besuch. Heute produzieren die Iracis in einem regelrechten Maschinenpark; allein in den vergangenen 13 Monaten wurden eigenen Angaben nach mehr als 600 000 Euro in neue Anlagen investiert.

Als geradezu "explodierender Markt" erweisen sich zurzeit in Alurahmen gespannte Werbe- und Dekorationsdrucke. Im Fachjargon Flachkeder genannt. Die Technik erlaubt ein schnelles Wechseln der Motive - ohne dass der Stoff ausfranst. Die Neu-Ulmer Firma bedient auch den Trend, Baustellen hinter dekorativen Bannern zu verbergen. Und Messestände - mitunter solche zum Selber-Aufbauen - gehören ebenfalls zum Portfolio.

20 Mitarbeiter sind in dem Betrieb beschäftigt. Sie arbeiten als Drucker und Monteure, sind von der Profession aber Mediengestalter oder Fotografen. Denn die Tätigkeiten in dem Betrieb sind so speziell wie dessen Produkte. Die Mitarbeiter müssen Fertigkeiten aus vielen Handwerksberufen beherrschen, schließlich gehen sie mit Farbe und Metall genauso um wie mit Holz und Stoffen. "Dafür gibt es keine Ausbildung", sagt Geschäftsführer Iraci, ein gelernter Fotograf. Alle Mitarbeiter werden bei ihm extra angelernt.

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