Rad Wer sein Rad liebt, der trägt - zumindest durch die Glacis-Galerie

Stadtrat Alfred Westermayer macht es vor: Nicht fahren, nicht schieben. Wer durch die Glacis-Galerie will, muss seinen Drahtesel tragen.
Stadtrat Alfred Westermayer macht es vor: Nicht fahren, nicht schieben. Wer durch die Glacis-Galerie will, muss seinen Drahtesel tragen. © Foto: Matthias Kessler
Neu-Ulm / EDWIN RUSCHITZKA 20.03.2015
Mit dem ersten Öffnungstag der Glacis-Galerie in Neu-Ulm ist eines klar geworden: Die "Grüne Brücke", also die Radfahrverbindung vom Donauufer durchs Vorfeld ins Wiley und weiter bis zum Ludwigsfelder Badesee ist zumindest in der Innenstadt weitgehend tot.

Der Grund: Radfahrer sind in der Galerie unerwünscht. Ihnen wird das per städtebaulichem Vertrag zugesicherte Durchqueren des Einkaufstempels in der Verlängerung der Maximilianstraße nicht nur schwer gemacht, sondern auch untersagt: "Fahr- und Krafträder dürfen nicht durch die Ladenstraße gefahren oder geschoben werden", steht in der Hausordnung zu lesen, die an der Haupteingangstür angebracht ist.

Es war und ist immer noch eine tolle Idee, die die Stadt Neu-Ulm pünktlich zur Landesgartenschau 2008 umgesetzt hat. Mit einer so genannten "Grünen Brücke" sollte von der Maximilianstraße aus der Weg über einen Steg und die tiefergelegten Bahngleise in Richtung Süden gehen. Sogar über die Ringstraße war eine nicht unumstrittene und sündhaft teure Brücke gebaut worden. Doch dann kamen die Pläne für die Glacis-Galerie, deren Investoren davon ganz und gar nicht begeistert waren. In mühsamen Verhandlungen war ihnen dennoch abgerungen worden, dass das Einkaufszentrum an dieser Stelle von 6 Uhr morgens bis 23 Uhr abends durchlässig sein muss.

Alles Schnee von gestern, und man könnte das bekannte und zum Thema überaus passende Steinbrück-Zitat "Hätte, hätte, Fahrradkette" bemühen. Abgesehen davon, dass also streng untersagt ist, die Galerie an dieser Stelle mit dem Rad zu queren, egal ob fahrend oder schiebend, wäre einem das durch die zwei Meter breiten Flügeltüren, die immer geschlossen sind, erschwert worden. Innen sorgt der glänzende und glatte Kalksteinboden bei jedem Radler für eine Fahrhemmung. Die Botschaft, die ausgeht, ist klar: Eigentlich haben Radfahrer in diesem Bereich nichts verloren.

Darauf angesprochen windet sich Dennis Barth, Geschäftsführer der Hamburger Procom, wie ein Fisch auf dem Trockenen: Andere Lösungen, etwa weit offen stehende Türen, seien nicht zuletzt aus Gründen des Energieverbrauchs nicht möglich gewesen, sagt er. Um nachzuschieben, dass es eigentlich auch kein besonders großer Umweg sei, die Galerie über die Hermann-Köhl-Straße zu umfahren. Wie gesagt: Eine "Grüne Brücke" durch die Galerie war nur eine gute Idee.

 

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