Jeder kennt ihn: Den einen Kollegen, der, eingewickelt in mehrere Lagen Funktionskleidung, bei jedem Wetter unbeugsam mit dem Fahrrad ins Büro strampelt. Ansonsten trauen sich derzeit nur wenige bei Schnee und Eis mit zwei Rädern auf die Straße. Wird die Räumung der Fahrradwege in Ulm deshalb vom Winterdienst zurückgestellt?

Florentin Heese ist Winterdienstchef bei den Entsorgungsbetrieben Ulm (EBU) und damit auch für die Räumung von Radwegen zuständig. „Radwege werden von uns behandelt wie normale Straßen“, sagt er. In Ulm verliefen ohnehin die meisten Radwege auf der Fahrbahn.

Grundsätzlich werden Straße und Radweg parallel geräumt: Bei einem Einsatz fahren die großen Räumfahrzeuge gemeinsam mit den kleinen los, die Geh- und Fahrradwege räumen, sagt Heese.

Dementsprechend werde hier ebenfalls nach Dringlichkeit vorgegangen: Also zuerst die Hauptverkehrsstraßen sowie gefährliche und steile Stellen, dann weniger stark befahrene Straßen. Zuletzt geht es in die Nebenstraßen. Kleinere Wohnstraßen und Sackgassen werden vom Winterdienst ausgelassen.

Anwohner müssen schippen

Anders sieht es aus, wenn der Fahrradweg auf einem Bürgersteig verläuft, an dem Anlieger wohnen. „Hier müssen die Anwohner räumen“, sagt Heese. Entlang der Grundstücksgrenze muss mindestens ein 1,5 Meter breiter Streifen freigeschippt werden. Das schließe auch die Fahrradwege mit ein, sagt Heese.

Hier lassen die Räumdienste den Schnee konsequent liegen, auch wenn die Anwohner ihren Pflichten noch nicht nachgekommen sind. „Wenn wir damit anfangen, müssen wir am Ende die ganze Stadt freischaufeln.“

Für Radfahrer gilt damit: Am besten entlang der Hauptverkehrsstraßen und stark befahrener Straßen fahren und Wohngebiete meiden. Übrigens: Wenn der Fahrradweg nicht geräumt ist, entfällt die Benutzungspflicht. In diesem Fall rät der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), auf der Fahrbahn zu fahren.

Alles zur Räumpflicht der Anwohner

Die Stadt Ulm hat hier alle wichtigen Informationen zur Räumpflicht zusammengefasst.

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