Kommentar Sperrungen in Ulm: Wer nimmt das noch ernst?

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Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / Frank König 18.10.2018
Warum musste in der Ulmer Weststadt nochmal eine zusätzliche, für den Verkehr kritische Straßenbaustelle aufgemacht werden? Ein Kommentar von Frank König.

Wieso um alles in der Welt musste denn vor dem Ende der Arbeiten an der Straßenbahn Anfang Dezember nochmal eine infrastrukturell kritische Baustelle aufgemacht werden? Die Situation in der Magirusstraße zeigte ein Stück weit, dass das niemand mehr wirklich ernst nimmt: Die Leute fuhren trotz der Sperrungsschilder, die am Blautalcenter – wie schon vor den innerstädtischen Mega-Staus Anfang September – schlecht aufgestellt waren, einfach weiter.

Sie hatten irgendwie auch keine andere Wahl. Alle waren genervt und hupten. In der unguten Lage passierte dann der Unfall am Westplatz, wo ein Kleinbus einen älteren Radler umfuhr. Augenzeugen bezweifelten, dass der Fahrer es in dem Chaos der Engstelle überhaupt mitbekommen hat.

Im Westen ist außerdem die Kreuzung an der Shell-Tankstelle von Blaustein her anscheinend durch ein Leck an den Fernwärmeleitungen teilweise gesperrt.

Im Berufsverkehr waren zusätzlich nicht zuletzt in der Karlstraße stadtauswärts die Staus äußerst zäh, weil die Neutor-Kreuzung verengt wurde. Bei der Fahrt in die City war dann die Ludwig-Erhard-Brücke zu, wer über die Schillerrampe runter wollte, stand in der Schillerstraße vor einer Totalsperrung – mit kleinteiliger Umleitung im Dichterviertel. In dieser Manier läuft Ulm Gefahr, noch vor der großen Feier für die Tram zum Tollhaus zu werden.

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