Ulm Wer lacht, tut sich selbst viel Gutes

Thomas Buchmüller lacht selbst gern aus vollem Herzen. Auch die Zuhörer werden beim durchaus ernsthaften Vortrag des Internisten dazu reichlich Gelegenheit haben. Foto: Thomas Buchmüller
Thomas Buchmüller lacht selbst gern aus vollem Herzen. Auch die Zuhörer werden beim durchaus ernsthaften Vortrag des Internisten dazu reichlich Gelegenheit haben. Foto: Thomas Buchmüller
VERENA SCHÜHLY 05.06.2013
Kichern, schmunzeln, johlen und schenkelklopfen - lachen hat viele Formen. Es tut gut und ist gesund, sagt der Arzt Dr. Thomas Buchmüller.

Wer Thomas Buchmüller fragt, was es denn zum Lachen gibt, dem antwortet er: "Jede Menge!" Und schickt sogleich ein schallendes Lachen hinterher. Der Internist, der gebürtiger Ulmer ist und in Günzburg eine Praxis hat, ist der festen Überzeugung, dass lachen gut tut - dem Gemüt wie dem Körper.

Das ist auch durch Messungen belegt: Wir atmen tiefer ein und so kommt mehr Sauerstoff ins Blut; die Gefäße weiten sich und der Blutdruck sinkt; die Schmerzschwelle steigt; das Gehirn schüttet Glückshormone aus. "Deshalb fühlen wir uns beim Lachen kurzzeitig super", sagt der 52-Jährige. Er wohnt mit seiner Familie am Eselsberg, deshalb kam er mit dem ökumenischen Besuchsdienst am Eselsberg in Kontakt, der ihn gleich als Referenten für einen seiner Themenabende 2013 engagierte.

Lachen hat etwas Befreiendes, Ansteckendes, Anarchisches. Es entspannt und baut Aggressionen ab. "Es ist angeboren", so Buchmüller weiter, "deshalb lachen Taube, obwohl sie nie jemanden lachen gehört haben." Evolutionsgeschichtlich hat es auch eine Funktion: "Wenn ein Neugeborenes seine Mutter anlacht, löst es einen Schutzreflex aus und wird gefüttert."

Ist das Kind einige Monate älter, ändert sich der Grund des Lachens. "Wenn der Papa das Fläschchen in den Mund nimmt und nuckelt, lacht das Kind, weil es merkt, dass etwas nicht stimmt." Ähnlich ist es bei Witzen: "Da gelangt ein Gedankengang an eine Wand; das Gehirn springt zwischen zwei Bildern hin und her, die nicht zusammenpassen. Irgendwann checkt mans dann - das Lachen ist das Signal dafür, dass man die Situation erfasst hat und die Welt doch in Ordnung ist."

Mit dem Humor ist das aber so eine Sache. Buchmüller: "Es ist kurios, aber man weiß eigentlich nicht, warum man etwas lustig findet." Genial findet der Arzt die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen. "Da kann man mit eigenen Fehlern lockerer umgehen und sich mit sich selbst anfreunden."

Info Über "Lachen ist gesund - Heute erfahren Sie warum" spricht Dr. Thomas Buchmüller heute, 19.30 Uhr, im Gemeindesaal von St. Klara am Eselsberg (Virchowstraße 8). Eintritt frei.