Ulm Wer helfen will, hat viele Möglichkeiten

© Foto: Andreas Gebert/dpa
Ulm / ULRIKE SCHLEICHER 04.09.2015
In beiden Städten und Landkreisen wollen Menschen, Flüchtlinge unterstützen. Ein Überblick zeigt, wo und wie sie gebraucht werden. Mit einem Diagramm: Anzahl der Flüchtlinge in der Region

Egal, wen man dieser Tage von den für die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen in Ulm, Neu-Ulm, dem Alb-Donaukreis und dem Landkreis Neu-Ulm fragt: Die Hilfsbereitschaft der Bürger ist überwältigend. Ein Beispiel vom Ulmer Eselsberg, wo jüngst das erste Treffen mit dem Stadtteilkoordinator Christian Peschl stattfand und es um die Hilfen für Flüchtlinge ging: „Statt der angemeldeten 15 Interessierten kamen 40“, erzählt Peschl. Freilich waren darunter auch Bürger aus Unterweiler und anderen Ulmer Stadtteilen. „Das ist toll, aber es wäre sinnvoller, sie würden vor Ort helfen.“

Was Peschl anspricht, ist zurzeit das drängendste Problem der Flüchtlingshilfe. Nämlich zu sondieren: Wo ist Bedarf, wie groß ist der Bedarf, wie groß ist die Anzahl der Helfer, wie wollen sie helfen, wie können sie helfen?

Fragen, die erst nach und nach beantwortet werden können. In vielen Stadtteilen und Gemeinden ist die Organisation der Hilfen erst im Aufbau. Das bedeutet, hilfsbereite Menschen müssen erst einmal Geduld haben. Darum bitten viele in den Verwaltungen verantwortliche Mitarbeiter. Denn es bringt nichts, etwa haufenweise Kleider und Sachspenden irgendwo abzugeben, wenn sie nachher nicht an die richtigen Stellen kommen oder sogar im Abfall landen.

Überbordende Hilfsbereitschaft ist einerseits großartig und zeichnet die Menschen hier aus. Andererseits wird daraus schnell auch Frustration, wenn die Erwartungen der Helfenden zu hoch sind und nicht erfüllt werden können. Weil zum Beispiel die Flüchtlinge selbst Probleme damit haben, bestimmte Hilfen anzunehmen. Weil sie ohnehin überfordert sind mit der Situation, in der sie sich befinden: ein fremdes Land, eine unbekannte Sprache, eine andere Kultur, andere Gepflogenheiten.

Schnell wird auch vergessen, dass diese Menschen in ihren Heimatländern ja ein selbstständiges Leben geführt haben. Sie sind Ärzte, Ingenieure, Schreiner, Bankangestellte, Arbeiter gewesen. Das Leben als Flüchtling ist für jeden einzelnen sicher nur schwer zu verkraften. Viele schämen sich schlichtweg. Wie man ihnen mit Respekt und Verständnis begegnet, kann man in Seminaren verschiedener Institutionen wie beispielsweise der Caritas lernen. Ansonsten ist es besser, dem einzelnen einfach zuzuhören und Beziehungen behutsam aufzubauen.

 

Zum Download: Erstinformationen für Ehrenamtliche in der Asylarbeit

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