Bildung Wer draußen spielt, lernt leichter

Hüpfspiele wären ideal.
Hüpfspiele wären ideal. © Foto: ©Georgy Dzyura/Shutterstock.com
Ulm / cst 18.10.2018

Kinder lernen am leichtesten, wenn sie etwas beobachten und nachahmen können. Kinder haben ein Erfolgserlebnis, wenn man sie bei ihrem Üben und Ausprobieren nicht stört, und später noch ein Feedback gibt. Kinder lernen leichter, wenn sie sich zwischendurch draußen bewegen und kreativ sein können. Das waren nur einige Tipps zum Thema „Was unsere Kinder brauchen, um gut zu lernen“.

Der Gesamtelternbeirat der Ulmer Schulen hatte Dr. Petra Arndt vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen – „ich komme vom Spitzer-Laden“ – zum Impulsvortrag eingeladen (siehe Infokasten). Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich der „Selbstregulationsfähigkeiten“ wie Kontrolle von Gefühlen und Konzentrationsfähigkeit waren einleuchtend. Petra Arndt merkte aber auch an, dass es im Schulalltag zu wenig Übungsfelder gibt, in denen Heranwachsende ihre Aufmerksamkeit trainieren können. Und eine Mutter fragte gleich: „Wo kriegen die Kinder mehr Zeit her?“ Arndt: Medienzeit einsparen. Was Kinder noch brauchen, um gut zu lernen, wussten wiederum die Podiumsteilnehmer aus ganz verschiedenen Perspektiven.

Brigitte Röder, ehemalige Schulleiterin am Kepler-Gymnasium, hat beobachtet, dass beim Lernerfolg der Schüler die Lehrer-Persönlichkeit eine große Rolle spielt. Werden denn genügend ausgebildet? „Qualität beginnt damit, dass auch Unterricht stattfindet“, brachte Raimund Haser aus Wangen die Situation auf den Punkt. Haser ist als CDU-Landtagsabgeordneter Mitglied im Ausschuss für Kultus, Jugend und Sport. Ja, es gebe zu wenig Lehrer, weil aufgrund einer „falschen“ Geburtenstatistik an den Pädagogischen Hochschulen die Zahl der Studienplätze reduziert worden sei. Aktuell laufe eine „Qualitätsoffensive“ bei Schulleitern, und es sollen mehr Konrektoren eingestellt werden.

Stadträtin Barbara Münch forderte, dass für gutes Lernen Schulräume stets gut ausgestattet sind, was Bildungsamtsleiter Gerhard Semler auf den Plan brachte. Heute gebe es beim Bauen keine „Schule von der Stange“. Vielmehr werde sehr individuell gebaut, sogar bei der Farbgebung.

Interdisziplinäres Team

Forschung Seit seiner Gründung im April 2004 konzentriert sich das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) in Ulm auf zwei Forschungsrichtungen: Die kognitiv-neurowissenschaftliche Herangehensweise der Gehirnforschung und die rein psychologischen und pädagogischen Fragestellungen der Bildungsforschung.

Team Mit einem interdisziplinären Team aus Psychologen, Pädagogen und anderen Wissenschaftlern um Prof. Manfred Spitzer geht es dem Transferzentrum darum, diese Erkenntnisse und Impulse für das Lernen vor allem in Bildungsinstitutionen „fruchtbar zu machen“, heißt es auf der Homepage des ZNL Ulm.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel