Neu-Ulm Wenn die Conny mit dem Peter schlagersingend nach Italien fährt

Neu-Ulm / CHRISTOPH A. SCHMIDBERGER 17.09.2016

Wenn die Conny mit dem Peter aber nachts an der Bar bei Mandolinen und Mondschein siebenmal in der Woche die süßesten Früchte nascht, weil sie eventuell keine Schokolade will, dann heißt das Motto wohl „Komm ein bisschen mit nach Italien!“ Mit den Bayern von „Conny & die Sonntagsfahrer“ reisten die Zuschauer im zwei Mal ausverkauften Wiley-Club in Neu-Ulm musikalisch nicht nur in den sonnigen Süden, sondern sogar mitten hinein in die gar nicht so angestaubten 50er Jahre – für das Gros des hauptsächlich älteren Publikums eine rührende Konfrontation mit der eigenen Kindheit und Jugend.

Per Smartphone-App katapultiert sich der schnoddrige Berliner Kontrabassist Freddy versehentlich in das Wirtschaftswunderland, wo er sofort auf die fesche Blondine Conny (Eva Petzenhauser), Frauenheld Peter (Rainer Heindl, Gitarre und Gesang) und Schlaumeier Alexander (Thomas Stoiber, Akkordeon und Gesang) trifft, die ihn kurzerhand als Bassisten engagieren, um im Palast-Hotel von San Remo bei einer TV-Schlagerrevue aufzutreten –  soweit die Rahmenhandlung.

Mit allerlei historischen Requisiten und Kostümen alberte sich die hochgradig professionelle Truppe durch zwei kurzweilige Sets voller Schlager und Rock?’n’?Roll, die statt gelangweilter Standardfloskeln geradezu szenisch inszeniert waren, sozusagen ein live dargebotener Schlagerfilm im 21. Jahrhundert.

Sang das begeisterte Publikum schon kräftig bei „Die Gitarre und das Meer“ mit, übernahm es dann bei „Ich weiß, was dir fehlt“ gänzlich den Gesang – 1956 ein Riesenhit für Schlagergott Peter Alexander. Und irgendwann rezitierte der hinter seiner schwarzen Retro-Brille versteckte Alexander zum großen Missfallen des Publikums in Anlehnung an Heinz Erhardt „Noch’n Gedicht und das Ende in Sicht“.

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