Ulm Wenn der Piefke mit dem Ösi. . .

Ulm / OTFRIED KÄPPELER 09.07.2014

Der eine ist ein Piefke, der andere ein Wiener. Diese Konstellation sollte eigentlich schon für vergnügliche Dispute genügen. Doch ist der eine noch ein unverbesserlicher Nörgler, der andere ein (etwas harmloser) Optimist.

Der Wiener Autor, Theatermacher, Musiker und Verleger Walter Baco und der Ulmer Künstler und Autor Florian Arnold brachten die beiden Figuren im Rahmen der Literaturwoche der Galerie im Griesbad im Botanischen Garten der Universität Ulm vors Publikum - beziehnugsweise ins Zugabteil, in dem sich die beiden Typen treffen.

Die erste Katastrophe ist schon, dass der Piefke, also der Deutsche, im falschen Zug sitzt, der nach Wien fährt: "Ich will raus aus Österreich." Der Wiener fordert darauf etwas Gemütlichkeit, Lockerheit ein und erzählt zur Entspannung der Situation einen Witz: "Zwei Musiker gehen an einem Wirtshaus vorbei", und lacht.

Natürlich sind es Stereotypen, derer sich die beiden Autoren-Spieler bedienen, und wenn den Schwaben der Unterschied zwischen gehen und laufen vorgeführt wird, dann ist das gewiss nicht neu. Allerdings präsentieren die beiden ihre Pointen nicht als Brüller und auch nicht oberlehrerhaft.

Mainstream-Witze à la Boulevardtheater sind das nicht. Eher beiläufig werden die Unterschiede zwischen Deutschen und Österreichern vorgebracht. Alles läuft, von kleinen Ausnahmen abgesehen, sehr unaufgeregt ab, trotz der verbissenen Strenge des Deutschen. Das erinnert etwas an die fantastisch-grotesken Satiren des Wiener Schriftstellers und Zeichners Fritz von Herzmanovsky-Orlando, allerdings fehlt deren fantastische Note.

Die grotesken Momente reichen dafür bei Arnold und Baco mit Stiefelspütz (D) und Krausbirn (A) bis in die Namen hinein. Ach ja, und noch so ein Witz: "Richtig Deutsch reden könnt ihr sowieso nicht. Das einzig richtige Deutsch wird am Burgtheater in Wien gesprochen", sagt Krausbirn.

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