In Ulm gibt es nach Auskunft der Stadtverwaltung immer weniger Kampfhunde. "Wir können das vor allem anhand der Verhaltensprüfungen, die wir durchführen, nachverfolgen", sagt Sachbearbeiter Rainer Schniertshauer. So gab es in den Jahren 2000 bis 2002 - also kurz nach Einführung der Tests - 16 bis 19 Prüfungen, in den vergangenen Jahren jeweils nur noch zehn. 

Durchgefallen sei in den vergangenen Jahren kein Hund mehr, sagt Schniertshauer. Zweimal im Jahr - im Frühjahr und im Herbst - werden Tests vorgenommen. "Anders macht es keinen Sinn", erklärt der Mitarbeiter der Stadtverwaltung. "Für nur einen oder zwei Hunde ist der Aufwand zu groß." Für Verhaltensprüfungen muss die Stadt eigens ein Feuerwehrgelände im Donautal anmieten sowie einen Amtstierazt und einen Beamten der Polizeihundestaffel einbestellen. 

Über verschiedene Tests - von Regenschirmaufspannen über Jogger bis hin zu Konfrontation mit anderen Hunden - wird das Verhalten der Tiere ermittelt und bewertet. Von "ängstlich" bis "auffällig aggressiv". Würde der Hund letztgenanntes Charakteristikum zugewiesen bekommen, müsste der Halter den Vierbeiner abgeben. Meist sind dann die Tierheime im Land die ersten Ansprechpartner, aber auch "Abschiebungen" in andere Bundesländer sind möglich. In den vergangenen Jahren sei aber kein Hund durchgefallen, wurde also keiner als Kampfhund eingestuft und musste abgegeben werden, betont Schniertshauer. Gelegentlich werde eine Neuvorstellung nach zwei bis drei Monaten angeordnet. In den vergangenen zwölf Jahren sei es nur zu einem Vorfall mit einem Kampfhund gekommen, sagt der städtische Mitarbeiter. Dabei wurde eine Frau schwer verletzt.

Generell fänden solche Tests aber nur nach Meldung von Tieren durch Ordnungsbeamte oder aufmerksame Bürger statt. Viele Tiere, die überprüft werden, sind Importe aus anderen Ländern, meist Mischlingsformen. In Baden-Württemberg fallen American Staffordshire Terrier, Pitbull Terrier und und Bullterrier unter die Kampfhundeverordnung. In Bayern aber beispielsweise auch Rottweiler. "Das führt schon zu Verwirrungen", sagt Schniertshauer, der sich eine bundeseinheitliche Regelung wünscht. Insgesamt sei die 16. August 2000 erlassene Verordnung aber effektiv und sinnvoll. "Alleine schon, weil viele Menschen jetzt genauer überlegen: 'Hole ich mir einen Hund, den ich unter Umständen wieder abgeben muss, wenn er die Verhaltensprüfung nicht besteht?'"