Hanf Welt-Hanf-Marsch: Rund 300 Demonstranten und ein Millionär laufen mit

Ulm / CHIRIN KOLB 04.05.2014
Ulm war am Samstag einer der Schauplätze des Welt-Hanf-Marsches für die Freigabe der Droge. Mit prominentem Besuch: Aktivist Georg Wurth.

„Meine Wahl: Hanf legal“ – „Ich will nicht länger warten: Hanf in meinem Garten“ – „Don’t panic, it’s organic“. Transparente wie diese trugen die annähernd 300 Demonstranten am Samstagnachmittag durch die Ulmer Innenstadt. Mit dem weltweiten Hanf-Marsch, der in vielen Städten stattfand, setzten sie sich ein für eine liberalere Drogenpolitik und den straffreien Konsum von Cannabis.

Dabei hatten sie prominente Unterstützung. Georg Wurth, der Geschäftsführer des Deutschen Hanf-Verbandes, war aus Berlin zur Demo nach Ulm gekommen. Einem breiteren Publikum dürfte er aber eher durch seinen Sieg in der von Pro 7/Sat 1 veranstalteten Castingshow „Millionärswahl“ bekannt geworden sein. Im Januar hatte Wurth mit seiner Forderung nach Cannabis-Legalisierung in der Sendung den ersten Platz belegt und eine Million Euro gewonnen.

Nach Ulm, neben Heidelberg die einzige baden-württembergische Stadt mit einem Welt-Hanf-Marsch, kam Wurth, um gegen die grüne Regierungspolitik zu demonstrieren. Er selbst als langjähriges Grünen-Mitglied hätte sich von seiner Partei in der Regierungsverantwortung eine liberalere Drogenpolitik erhofft – „genau so, wie es immer im Programm stand“. Cannabis-Nutzer dürften nicht kriminalisiert und verfolgt werden, forderte er.

Nachdem nun auch schon in US-Bundesstaaten wie Colorado der Cannabis-Verkauf legal sei, werde es Zeit, dass Deutschland ebenfalls einen liberaleren Weg einschlage. „Es muss endlich was passieren“, forderte Stefan Oberdorfer, Organisator des Hanf-Marsches und Inhaber des Hanf-Ladens Hemperium. „Ich habe keinen Bock mehr, noch 20 Jahre lang die Fußgängerzone rauf und runter zu marschieren.“

Gemeinderatskandidaten der Liste „Ulm hoch drei“ wie Eva-Maria Glathe-Braun und Jochen Schmidberger unterstützten die Forderungen der Demonstranten. Der Zug bewegte sich durch die Hirschstraße und die Neue Mitte zurück zur Glöcklerstraße. Etliche Teilnehmer trugen Hand an Hand ein 20 Meter langes Hanfseil zum Zeichen dafür, wie Oberdorfer sagte, „dass wir alle an einem Strang ziehen“.