Verkehr Weitere Zufahrt zum Donautal geplant

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Ulm / Chirin Kolb 11.08.2018

Die Zufahrt zum Industriegebiet Donautal wird noch schwieriger. Die Benzbrücke auf Höhe Grimmelfingen ist wegen der Elektrifizierung der Südbahn ab Montag bis zum Frühjahr 2019 gesperrt, teilt die Deutsche Bahn mit. Die Brücke wird ersetzt, weil sie unter anderem zu niedrig ist. Der notwendige Abstand für die künftige Oberleitung könnte sonst nicht eingehalten werden.

Für gravierende Verkehrseinschränkungen im Donautal sorgt derzeit schon der Umbau der Wiblinger Allee, der an der Kreuzung mit der Hans-Lorenser-Straße begonnen hat. Dass nun noch die Benzbrücke gesperrt wird, „tut zwar weh“, sagt Gerhard Fraidel, der die Abteilung Verkehrsinfrastruktur bei der Stadt Ulm leitet. „Die Benzbrücke ist aber keine der ganz wichtigen Zufahrten.“ Lastwagen nutzten sie so gut wie nicht, vor allem weil die Brücke für den Wendekreis der Lkw problematisch sei.

Für Radler weiter offen

Von der B 311 bleiben als westliche Zufahrten ins Donautal die Graf-Arco-Straße und die Wiblinger Allee. Fußgänger und Radfahrer können die Benzbrücke laut Deutscher Bahn weiter nutzen.

Mit den Sommerferien haben die Staus an den Zufahrten nach Beobachtung der Stadtverwaltung nachgelassen. Nach den Ferien ab September wird das wieder anders. Die Stadt verfolgt deshalb die Pläne weiter, im Süden eine weitere Zufahrt zum Industriegebiet zu schaffen.

Die Stadt fährt dabei zweigleisig. Als schnelle Lösung wird geprüft,  ob ein Weg für Fußgänger und Radler als Zufahrt für Autos genutzt werden kann, sagt Michael Jung, Leiter der Hauptabteilung Verkehrsplanung und Straßenbau. „Das wäre eine ganz kurzfristige Möglichkeit, um Entlastung zu schaffen.“ Allerdings eine schwierige. Auf dem schmalen Weg ist kein Begegnungsverkehr möglich, es ginge also immer nur in eine Richtung. Zudem müssten Fußgänger und Radler weichen.

Deshalb arbeitet die Bauverwaltung an einer anderen Lösung. Die Nicolaus-Otto-Straße soll ausgebaut und an die Kreisstraße 9916 angebunden werden. „Die Planung steht“, sagt Jung. Der Bau könnte Anfang 2019 beginnen. Es gibt jedoch eine Hürde: Derzeit läuft die artenschutzrechtliche Untersuchung, und das Ergebnis muss abgewartet werden. Jung hofft, dass es keine Einwände gibt.

Als die Verwaltung diese Pläne Anfang des Jahres im Bauausschuss vorstellte, stießen sie auf Protest in Gögglingen, Donaustetten und Unterweiler, die schon jetzt stark mit Verkehr belastet sind. Sie fürchten, dass die Situation viel schlimmer wird, wenn die südliche Zufahrt zum Industriegebiet gebaut wird. Die Verwaltung versicherte: Es handele sich nur um eine zeitlich befristete Lösung. „Dabei bleibt es“, sagt Jung. Die Straße werde zurückgebaut, wenn der Ausbau der Wiblinger Allee fertig ist.

Der Kreuzungsumbau laufe bisher sehr gut, auch dank Wochenendeinsätzen unter Hochdruck. Die Baufirma Heim arbeite bisweilen im Drei-Schicht-Betrieb, „es ist toll, was sie auf die Beine stellt“, sagt Jung. Auch Fraidel weiß um die heikle Verkehrslage: „Wir geben Gas.“

Info Die Stadtverwaltung informiert auf wiblinger-allee.de über Umleitungen und den Fortgang der Bauarbeiten.

Bauarbeiten an der Südbahn bis 2021

Elektrifizierung Die Elektrifizierung der Südbahn von Ulm bis Lindau soll voraussichtlich 2021 abgeschlossen sein. Der offizielle Spatenstich für die Bauarbeiten fand im März statt. Im Abschnitt Ulm-Laupheim begannen die Arbeiten bereits Anfang des Jahres mit Rodungen.

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