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Die SPD fordert eine Debatte im Ausschuss über Walter Feuchts Kolumne,  die Grünen wenden sich an den Herausgeber.

Walter Feuchts Kolumne im Magazin „Spazz“ findet immer mehr Widerspruch in der Politik. In einem offenen Brief an den Herausgeber wenden sich Kreisverband, Ortsverband und Stadtratsfraktion der Neu-Ulmer Grünen gegen Feuchts Kolumne. Auf Antrag der Ulmer SPD soll sich der Internationale Ausschuss in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen.

TSG-Vorsitzender Walter Feucht in öffentlicher Kritik, weil er sich über Flüchtlinge ausgelassen hat.

„Der offene Brief von 38 Organisationen an den Verlag, die Diskussion in den sozialen Medien und die Leserbriefe in den Zeitungen zeigen, dass zahlreiche Bürger der Meinung sind, dass in vielen Beiträgen von Feucht die Grenze des guten Geschmacks weit überschritten wurde“, heißt es in dem Brief der SPD, der von allen Fraktionsmitgliedern unterschrieben wurde. „Rassistische und ausgrenzende Äußerungen mögen von der Meinungsfreiheit gerade noch gedeckt sein, sind jedoch in unserer toleranten internationalen Stadt – und nicht nur dort – absolut fehl am Platze“, schreibt die SPD-Fraktion. „Die Kolumnen konterkarieren sämtliche Bemühungen der vielen ehrenamtlichen Engagierten, der Vereine und Verbände und auch des Gemeinderates.“ Das vom Gemeinderat beschlossene Konzept „Internationale Stadt“ schreibe die Haltung Ulms als Heimat für Menschen jeder Herkunft fest.

Der Geschäftsführer des KSM-Verlags, Michael Köstner, reagiert und verteidigt die umstrittene Kolumne von Walter Feucht.

Verlag soll Stellung beziehen

Die Neu-Ulmer Grünen wenden sich in einem offenen Brief an Herausgeber Michael Köstner. Der KSM-Verlag solle die Grenzen der Meinungsfreiheit achten. „Wenn immer der gleiche Kolumnist in die gleiche Kerbe haut, den Staat als handlungsunfähig hinstellt, menschenverachtende und diskriminierende Worte wählt, dann stellt sich die Frage, ob der Verlag hier nicht stimmungsmachend und meinungsbildend sein will“, heißt es in dem Brief des Kreis- und Ortsverbands sowie der Stadtratsfraktion. Statt beispielsweise mit Pro und Contra zu arbeiten, gebe der Spazz nur Feucht Raum, um „Bösartigkeiten und Unterstellungen los zu werden“. Mit ernsthaftem Journalismus habe das nichts zu tun. Feucht überschreite eindeutig Grenzen.

Unbekannte bezichtigen Autor und Unternehmer Walter Feucht als Rassist – die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Grünen fordern Köstner auf, eindeutig Stellung zu beziehen und Konsequenzen zu ziehen. „Nehmen Sie Ihre Arbeit und Verantwortung ernst und tragen Sie Sorge, dass die Kolumnen nicht zu Hetztiraden werden. Sorgen Sie für Vielfalt bei den Kolumnen und in Ihren Berichterstattungen und lassen Sie auch andere Meinungen gelten.“