Ulm Weiter Kritik an Zins bei Scala der Sparkasse

Ulm / KÖ 06.09.2013

Die Verbraucherzentrale in Stuttgart wirft der Sparkasse Ulm bei der Zinsberechnung für langlaufende Scala-Sparverträge erneut Verschleierungstaktik vor. Die Sparkasse hat nun auf von der Verbraucherzentrale bereitgestellte Musterbriefe reagiert und den Scala-Kunden offenbar Transparenz zugesichert. Dazu Finanzexperte Niels Nauhauser von der Zentrale: "Das kann ich nicht nachvollziehen."

Nauhauser bemängelt in den soeben verschickten Antworten der Sparkasse drei Punkte: Zum einen nennt das Kreditinstitut als Referenzzins, an dem sich der Scala-Grundzins - derzeit 0,05 Prozent - orientiert, demnach Basiswerte der Deutschen Bundesbank, ohne präziser zu werden. Zweitens passt die Sparkasse den Referenzzins quartalsweise an, dies müsste monatlich geschehen. Drittens müssten Referenzzins und Grundzins von Anfang an im selben Verhältnis stehen. Beispiel: Grundzins 4 Prozent, Referenzzins 5 Prozent, Verhältnis 4 zu 5. Falls der Referenzzins der Bundesbank auf 1 Prozent fällt, wäre der Vertragszins 0,8 Prozent. Er kann, sagt die Verbraucherzentrale, entgegen den Aussagen von Sparkassenchef Oster nicht negativ sein.

Die Zentrale bleibt bei ihrer Ansicht, die Scala-Verträge seien auch nach Ablauf der Annahmefrist von Alternativverträgen am 30. September unkündbar. Zur Zinsanpassung könne man Beschwerde bei der Schlichtungsstelle des Sparkassenverbands einreichen. Sparkassen-Sprecher Boris Fazzini sagte, man wolle sich erst nach Kenntnis der neuen Verbraucher-Info äußern.