Kommentar Julia Kling zum Start des Ausbildungsjahres Weiter dran bleiben

© Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Julia Kling 12.09.2018

Rekordzahlen bei den neu abgeschlossenen Verträgen, aber dennoch zu wenige, um die ausgeschriebenen Lehrstellen zu besetzen. Handwerk, Industrie und Handel in der Region treiben ähnliche Probleme um: Es fehlt an Nachwuchs. Breit angelegte Plakataktionen, Bildungspartnerschaften und die Beschäftigung von Flüchtlingen – die Bemühungen der Kammern, junge Leute für Ausbildungsberufe zu begeistern, zeigen Erfolge. Aber lange Wartezeiten bei der Handwerkersuche machen auch deutlich: Es ist noch Luft nach oben.

Der von IHK und Handwerkskammer immer wieder kritisierte „Akademisierungswahn“ ist sicherlich ein Teil des Problems. Er ist aber nicht allein ausschlaggebend. Ja, Eltern wünschen sich für ihre Kinder einen Bildungsabschluss, der ihnen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht. Und junge Frauen und Männer sehen sich eher im Büro als auf dem Bau – und sie haben die Wahl. Häufig kann der angehende Azubi entscheiden, in welchem Betrieb er lernen möchte.

Aber auch Betriebe sind wählerisch, wenn schulische Voraussetzungen etwa nicht in Gänze erfüllt werden. Zudem müssen Unternehmen versuchen, etwaige unattraktive Aspekte wie Arbeitszeiten durch andere Anreize wettzumachen. Sich auf dem bislang Erreichten ausruhen, gilt nicht.

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