Kommentar Verena Schühly über die Auflösung des Wiblinger Altenheims Weiter am Thema dranbleiben

Marc Hörger
Marc Hörger © Foto: Marc Hörger
Ulm / Verena Schühly 12.07.2018

Seit gestern ist das  Alten- und Pflegeheim Wiblingen Geschichte. 70 Jahre lang – von 1947 bis 2017 – hat die Stadt im Südflügel des früheren Klostergebäudes ihr Heim betrieben. Allerdings in der jüngeren Vergangenheit mit immer größer werdendem Defizit. Daher kann man zu der Entscheidung jetzt guten Gewissens sagen: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Zumal sich der  Schrecken in Grenzen hält, weil es inzwischen zwei andere Seniorenheime in Wiblingen gibt.

Das erwirtschaftete Defizit betrug 500 000 Euro im Jahr 2014, 600 000 Euro in 2015, 200 000 Euro in 2016 und satte 1,34 Millionen Euro in 2017. Das Minus musste stets über den städtischen Etat ausgeglichen werden. Daher ist die Entscheidung, das eigene Heim aufzugeben, richtig gewesen. Zur schlechten Bilanz von über einer Million Euro in den Miesen trägt auch Pech bei: Nach dem Auszug gab es einen größeren Wasserschaden, der vor der Rückgabe des Gebäudes ans Land repariert werden musste.

Dass die Stadt nun kein Altenheim mehr betreibt, heißt keineswegs, dass sie beim Thema Altenpflege aus der Verantwortung wäre. Denn es ist ein drängendes Zukunftsthema. Es ist unabdingbar, Strukturen zu stärken oder einzurichten, um Ideen auszuarbeiten und Projekte anzustoßen, mit denen sich Entwicklungen steuern lassen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel