Ulm Weiße Rose: Franz Josef Müller gestorben

Franz J. Müller (hier im Jahr 2008) machte Flugblätter gegen die Nazis versandfertig.
Franz J. Müller (hier im Jahr 2008) machte Flugblätter gegen die Nazis versandfertig. © Foto: K. Wiechert
Ulm / SWP 07.04.2015
Er hat Flugblätter der Widerstandsgruppe Weiße Rose um die Ulmer Geschwister Scholl versandfertig gemacht und war 1986 Gründungsmitglied der Stiftung Weiße Rose.

Der gebürtige Ulmer Franz Josef Müller ist im Alter von 90 Jahren in München gestorben. Als Jugendlicher hatte Müller oft mit Hans Hirzel, dem Sohn des Pfarrers, in einer verborgenen Orgelkammer der Martin-Luther-Kirche die Flugblätter in Briefumschläge gesteckt und adressiert. Müller hatte die Umschläge besorgt und das Geld für die Briefmarken gesammelt. Eine Gedenktafel an der Kirche erinnert an die beiden Jugendlichen. Als die Weiße Rose aufflog, verurteilten die Nazis Müller 1943 zu fünf Jahren Gefängnis . Nach der Befreiung studierte er Jura und engagierte sich in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Er gründete die Stiftung Weiße Rose mit, berichtete als Zeitzeuge unter anderem vor Schulklassen und ist in der Ulmer Ausstellung "Denkstätte Weiße Rose" porträtiert.

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