Es ist eine historische Adventszeit 2020: Der Ulmer Weihnachtsmarkt fällt wegen der Corona-Pandemie aus, lediglich die 18 Meter hohe Blaufichte sowie die Krippe erinnern auf dem Münsterplatz daran, dass das Fest der Liebe bevorsteht.

Weihnachtsmark-Beschicker dürfen nicht in die Fußgängerzone

Die Markt-Absage trifft die Beschicker hart. Vielen geht die wichtigste Einnahmequelle des Jahres verloren. Um den finanziellen Schaden zu begrenzen, wollten einige ihre Buden im Dezember in der Innenstadt aufstellen. Doch die Stadt durchkreuzt diese Pläne. „Es wird keine Sondernutzungserlaubnis für einzelne Beschicker des Ulmer Weihnachtsmarktes geben, ihre Stände vor Weihnachten in den Fußgängerbereichen der Ulmer Innenstadt aufzubauen“, heißt es in einer Pressemitteilung am Freitag.

OB Gunter Czisch: „Wir bedauern das sehr“

Die Entscheidung sei den Verantwortlichen nicht leichtgefallen: „Wir bedauern das sehr, weil wir seit Sommer mit einem dezentralen Weihnachtsmarktkonzept und jetzt mit der Frage Sondernutzungserlaubnis versucht haben, eine Lösung zu finden, die den Beschickern hilft“, sagte OB Gunter Czisch, der die Entscheidung mit den Fraktionsvorsitzenden des Ulmer Germeinderats abgestimmt hat.

Infektionszahlen in Ulm und Umgebung sind zu hoch

Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes und die immer noch auf hohem Niveau befindlichen regionalen Infektionszahlen sprechen aus Sicht der Stadt aber eindeutig gegen Verkaufsstände in der Fußgängerzone. Die Beispiele Neu-Ulm und Günzburg zeigen außerdem, dass selbst kurzfristige Genehmigungen widerrufen werden müssen, wenn das Infektionsgeschehen dies erfordere, selbst wenn der wirtschaftliche Schaden dadurch groß sei. Auch wenn er die Existenzsorgen der Weihnachtsmarktbeschicker verstehe, habe derzeit der Infektionsschutz Priorität, sagte Czisch.

Ulmer Weihnachtsmarkt jetzt digital

Die Ulm-Messe, die den Weihnachtsmarkt jedes Jahr organsiert, hat sich um ein kleines Trostpflaster bemüht und einen digitalen Ableger mit  Beschicker-Verzeichnis ins Leben gerufen.