Die Polizei Ulm hat inzwischen mit den Verantwortlichen der Stadt Ulm gesprochen, um alle Informationen für eine Anzeige einzuholen. Das bestätigte Jürgen Eilts, Geschäftsführer der für den Weihnachtsmarkt in Ulm verantwortlichen Ulm-Messe GmbH. „Wir bringen grundsätzlich alles zur Anzeige“, sagt Eilts auf die Frage, ob so etwas schon einmal vorgekommen sei. In dem Ausmaß wie jetzt seien die Wegweiser noch nie beschädigt worden. Aktuell gibt es offenbar noch keine weiteren Hinweise zu den Tätern. Zumindest konnte die Polizei am Donnerstag keine weiteren Informationen geben.

Großer Ärger über Respektlosigkeit der Täter

„Da war der Ärger schon groß, denn jede Bude strengt sich an – mit viel Liebe zum Detail“. Diese Tat zeuge von Respektlosigkeit gegenüber dem Engagement sowie der Hingabe aller Beteiligten. Um darauf aufmerksam zu machen und ein Zeichen zu setzen, sei dieser Vorfall auch auf der Facebook-Seite des Ulmer Weihnachtsmarkts gepostet worden, erklärt Eilts.

Neuer Wegweiser bald auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt

Aktuell wird der Wegweiser nachproduziert. Die einzelnen Schilder würden extra angefertigt und sind aus stabilem Kunststoff. Befestigt werden sie mit Metallhalterungen an einer Eisenstange für Verkehrsschilder. Diese steckt in einer sogenannten Gabione – einem mit Steinen befüllten und geschlossenen Stahlkorb. Bisher habe man damit auch nur gute Erfahrungen gemacht.

Täglich Schilder verdreht und Deko geklaut

Zwar kommt es regelmäßig vor, dass die Schilder verdreht werden und in eine andere Richtung zeigen. Das könne man jedoch als schlechten Scherz verbuchen, der keinen wirklichen Schaden anrichtet. Auch Dekoration kommt täglich abhanden. Sehr beliebt sind bei den Gelegenheitsdieben die Christbaumkugeln an den kleinen Weihnachtsbäumen, die überall auf und um den Markt herum platziert sind.

Mehr Sicherheit vor Diebstahl und Zerstörung

Seit die Wegweiser zerstört wurden, ist der Weihnachtsmarkt an weiteren Stellen abgesperrt, um Dieben oder Personen, die etwas zerstören wollen, Einhalt zu gebieten. Doch trotz der weiteren partiellen Absperrungen sei es einfach nicht für den nachts patrouillierenden Sicherheitsdienst nicht möglich, alle Bereiche immer im Auge zu behalten, sagt Eilts.

Ulmer Weihnachtsmarkt 2019 mit „sehr gutem Start“

Der Geschäftsführer erinnert sich noch gut an das gestohlene Reh aus dem Märchenwald vor einem Jahr. Der Dieb wollte damit die Liebe zu seiner Freundin unter Beweis stellen. Er bekam ein schlechtes Gewissen und brachte das Reh wieder zurück. Auch das Christkind aus der Krippe ist vor zwei Jahren verschwunden. Umso schöner sei es, dass die Vorfreude der Besucher des Ulmer Weihnachtsmarkts 2019 gefühlt besonders groß gewesen sei, freut sich Eilts. Unabhängig von den zerstörten Schildern war es ein „sehr guter Start am Montag“. Das mache es einfacher, über verdrehte Wegweiser und verschwundene Deko hinwegzusehen.